Printausgabe der Tiroler Tageszeitung vom Do, 01.03.2018


Landespolitik

Wahlbeteiligung in Kitzbühel wieder niedrig

© Symbolfoto: HammerleDie Volksbefragung und die Nationalratswahl sorgen für Nachwehen im Bezirk.



Von Harald Angerer

Kitzbühel – Die Landtagswahlen sind geschlagen und nicht nur landesweit kann sich die ÖVP über ein für sie gutes Ergebni­s freuen. Auch der Bezirk Kitzbühel steuerte dazu einen beträchtlichen Teil bei. Immerhin in 17 der 20 Gemeinden kommt die ÖVP auf über 50 % der Stimmen. Mit Aurach (60,85), St. Ulrich a. P. (61 %) und Westendorf 60 %) liegen sogar drei Gemeinden bei bzw. über 60 %. Lediglich in St. Johann (44,4 %), Oberndorf (49,3 %) und Kitzbühel (45,6 %) blieb die VP unter der Hälfte der Wähler.

Auch wenn sich die VP in Kitzbühel über einen Zuwachs von 11,6 % freuen kann, drückt die erneut niedrige Wahlbeteiligung von 52,8 % in Kitzbühel die Freude. Im Bezirk liegt die Wahlbeteiligung im Schnitt bei 57,7 %. Auch in St. Johann lag die Wahlbeteiligung bei lediglich 54,8 %. Dass in Kitzbühel die Wahlbeteiligung deutlich unter dem Durchschnitt liegt, ist allerdings nicht neu. Bei der Landtagswahl 2013 waren es gar nur 46,9 % und selbst bei der Gemeinderatswahl waren es nur 61,8 %. Tirolweit lag da der Durchschnitt bei 71,4 %.

Eine mögliche Begründung für die niedrige Wahlbeteiligung in der Stadt Kitzbühel ist für so manchen die hohe illegale Zweitwohnsitzdichte der Stadt. Anders sieht das Bürgermeister Klaus Winkler (ÖVP). „Die Wahlbeteiligung ist kein Indikator für die Wohnsitznutzung. Dafür spricht, dass die Wahlbeteiligung bei der Gemeinderatswahl deutlich höher ist als bei den Landtags- und Nationalratswahlen“, sagt Winkler. Denn ein solcher Zweitwohnsitzler hätte mehr überregionale Interessen.

Winkler sieht vielmehr eine­n gewissen „Wohlfühlfaktor“, der die Kitzbüheler von den Wahlen fernbleiben lässt. „Die Menschen sind offensichtlich schwer zu motivieren. Wir merken das aber nicht nur bei den Wahlen, sondern zum Beispiel auch bei den Gemeindeversammlungen. Es scheint hier eine gewisse Zufriedenheit zu geben“, sagt Winkler.




Kommentieren


Schlagworte