Printausgabe der Tiroler Tageszeitung vom Do, 01.03.2018


Exklusiv

Zangerl: “Rot oder Grün - mir sind beide recht“

Arbeiterkammerpräsident Erwin Zangerl (VP) lehnt eine Koalition der ÖVP mit den Freiheitlichen ab.

© Andreas Rottensteiner / TTArbeiterkammerpräsident Erwin Zangerl spricht sich entweder für eine Koalition mit den Grünen oder den Sozialdemokraten aus.



Von Peter Nindler

Innsbruck – Mit dem einflussreichen Tiroler Arbeiterkammerpräsidenten Erwin Zangerl wagt sich erstmals ein prominenter ÖVP-Politiker aus der Deckung. Der Arbeitnehmervertreter gilt seit Jahren als vehementer Kritiker der Freiheitlichen, daran hat sich auch nach den Landtagswahlen in Tirol nichts geändert. „Aufgrund meiner demokratischen Entwicklungsgeschichte bin ich gegen eine Beteiligung der FPÖ in der Landesregierung“, sagt Zangerl gegenüber der TT. Und er sei überzeugt: „Und wie ich Landeshauptmann Günther Platter einschätze, ist die FPÖ wohl auch für ihn nicht wirklich eine Option.“

Die Landesvorsitzende des ÖVP-Arbeitnehmerbundes in Tirol (AAB), LR Beate Palfrader, hat sich schon vor den Landtagswahlen für eine Fortführung der schwarz-grünen Landesregierung ausgesprochen. Und Zangerl? „Mir wären sowohl die Grünen als auch die Sozialdemokraten als Koalitionspartner recht, ich kann mit beiden leben“, betont der Arbeiterkammerpräsident. Am liebsten wäre ihm allerdings eine breite politische Zusammenarbeit in der Landesregierung von Volkspartei, Grünen und der SPÖ.

Unüberwindliche Hindernisse in den Koalitionsverhandlungen sieht Zangerl keine. „Die Koalition ist ja keine Liebesheirat, sondern eine Vernunftehe auf Zeit.“ Mit dem Abschneiden des AAB am Sonntag ist Zangerl schlussendlich zufrieden.

Apropos AAB: Mit Sonja Ledl-Rossmann, Jakob Wolf, Hannes Tratter, Florian Riedl, Beate Palfrader und Heinz Kirchmair haben es sechs ÖVP-Arbeitnehmervertreter bereits in den Landtag geschafft. Einzig im Bezirk Kufstein hatte die bisherige Abgeordnete Bettina Ellinger das Nachsehen und konnte bei den Vorzugsstimmen die beiden vor ihr gereihten Kandidaten nicht überholen. Mit Martina Nowara aus Innsbruck wird nach der Regierungsbildung wohl eine weitere AABlerin in den Tiroler Landtag aufrücken, ein Bundesratsmandat gilt ebenfalls als sicher. Außerdem scheint Bildungs- und Kulturlandesrätin Beate Palfrader neben LH Günther Platter im ÖVP-Regierungsteam gesetzt zu sein. Hinter Landesrat Hannes Tratter steht jedoch schon seit Monaten ein Fragezeichen.