Printausgabe der Tiroler Tageszeitung vom Sa, 03.03.2018


Osttirol

KFOR-Truppe macht sich in Lienz startklar für den Einsatz im Kosovo

Das Hochgebirgs-Jägerbataillon 24 koordiniert die Formierung des Kontingents. Die Soldaten werden am 29. März in Lienz verabschiedet.

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© Funder



Von Claudia Funder

Lienz – Nur noch wenige Wochen, dann startet die besondere Mission: Sechs Monate lang, von April bis Oktober, wird das 38. Kontingent des AUTCON/KFOR zur Friedenssicherung im Kosovo eingesetzt werden – eine Aufgabe, die durchaus auch mit Gefahren verknüpft sein kann. „Wir üben auch für etwas, was hoffentlich nicht eintritt“, bringt es der Kommandant des Jägerbataillons 24, Oberst Bernd Rott, auf den Punkt. „Die politische Lage im Kosovo ist weniger stabil als noch vor einem halben Jahr.“

Derzeit gilt es, die Spezialtruppe fit für den Auslands­einsatz zu machen. Denn viel Know-how ist erforderlich. Das Jägerbataillon 24 ist für die Gesamtkoordinierung der Formierung verantwortlich. Vom Führungselement über Stabs- und Logistikelementen bis hin zu zwei Einsatzkompanien: Das KFOR-Kontingent besteht aus rund 500 Mann.

Seit Wochen läuft die Vorbereitung in einer Infanteriekompanie, gestellt durch Soldaten der Kaderpräsenzeinheit der 1. Jägerkompanie, am Standort Lienz auf Hochtouren. Parallel dazu stellt das Panzergrenadierbataillon 13 im oberösterreichischen Ried eine Stabskompanie und ein nationales Führungselement zusammen.

„Unsere Kompanie besteht aus 123 Mann“, erklärt Rott. „49 davon sind Tiroler.“

Der Auftrag: im Kosovo für Aufbau und Erhalt von Sicherheit und Ordnung zu sorgen. Das Einsatzspektrum ist mannigfach und reicht von der Low-Level-Wache bis zurr High-Level-Evakuierung. Es gebe etwa das Gefahrenpotenzial Mine, erklärt Rott. Gebäude werden bewacht, wie zum Beispiel ein Kloster, wo mit wenig Sichtbarkeit Normalität ermöglicht werden soll. Zudem werden gemeinsam mit dortigen Sicherheitskräften an der Grenze Patrouillengänge durchgeführt.

Präsenz zeigen ist angesagt, deutlich und vielerorts. So werden Waffen- und Munitionslager bewacht, aber auch der zivile Bereich unterstützt. „Normalerweise ist es ein ruhiger Betrieb, aber man muss sensibel sein, die Lage richtig einschätzen und Gefahren rasch erkennen“, weiß Rott.

Die Soldaten sind in Camps untergebracht, mit Einsatzkräften anderer Nationen. Die Herausforderungen sind deshalb auch sprachlicher und interkultureller Natur. „Unsere Soldaten sind in Pec stationiert“, so Rott. Das Kommando befinde sich in Priština.

Ende Jänner begannen 30 Mann mit der Basisausbildung 3 in Lienz, seit Mitte Februar sind 100 Soldaten in der allgemeinen militärischen Ausbildung, berichtet Major Markus Nußbaumer. Zehn Soldaten lernen in Strass den Mannschaftstransporter Pandur zu lenken. Auf dem Programm stehen nun weiters Selbst- und Kameradenhilfe, Schutz von Transporten und Infrastruktur, Gefechtstechniken, Lufttransport und Scharfschießen, um nur einige Ausbildungsschritte zu nennen.

Die Vorbereitungen auf den Einsatz werden in Lienz in den kommenden Wochen auch für die Bevölkerung sicht- und hörbar sein. Viel „Bewegung“ zu Boden und zu Luft ist zu erwarten. Zur realistischen Darstellung von Einsatzsituationen werden 50 Soldaten des Hochgebirgs-Bataillons 24 mit Ausbildnern mögliche Vorfälle inszenieren. 30 Fahrzeuge und zwei Hubschrauber sind dabei im Einsatz.

Wer sich für Details interessiert, kann sich das Gerät aus der Nähe ansehen und sich informieren: „Am 14. März von 16 bis 18 Uhr führen wir den 24er KFOR-Tag durch und bieten der Öffentlichkeit die Möglichkeit, in die Haspinger Kaserne zu kommen“, lädt Rott alle Interessierten ein.

Am Donnerstag, 29. März um 14 Uhr wird dann das KFOR-Kontingent auf dem Lienzer Hauptplatz verabschiedet. „Wir sind guter Hoffnung, den Verteidigungsminister begrüßen zu dürfen“, ergänzt Oberst Bernd Rott.