Printausgabe der Tiroler Tageszeitung vom Fr, 09.03.2018


Bezirk Kitzbühel

Flüchtlinge verlassen den Seehof in Kitzbühel

Die Tage des Seehofes in Kitzbühel als Flüchtlingsunterkunft sind gezählt. Auch weitere Einrichtungen im Bezirk werden geschlossen.

© Harald Angerer



Von Harald Angerer

Kitzbühel – Es ist ruhig geworden um die Flüchtlingsunterkünfte im Bezirk Kitzbühel. Die Tiroler Sozialen Dienste (TSD), sie betreuen die Einrichtungen, brauchen immer weniger Plätze und damit können auch einige der Unterkünfte wieder geschlossen werden. Somit hat auch der Seehof in Kitzbühel ausgedient. „Die Villa Seehof in Kitzbühel wird geschlossen“, bestätigt Georg Mackner von den TSD. Als Termin wird der Mai des Jahres ins Auge gefasst. Die noch dort untergebrachten Flüchtlinge sollen auf andere Häuser in Tirol verlegt werden.

„Geschlossen wird die Villa Seehof aufgrund der anzupassenden Strukturen. Es werden weniger Menschen aus den Erstaufnahmezentren an die Tiroler Grundversorgung überstellt und daher werden auch weniger Plätze benötigt“, schildert Mackner. Derzeit wohnen 36 Menschen im Seehof. Seit 2015 waren bis zu 45 Personen in dem Haus untergebracht. „Wir wurden von den TSD informiert, dass mit Ende Mai der Seehof geschlossen wird, und nehmen das zur Kenntnis“, sagt Bürgermeister Klaus Winkler. Die stark rückläufige Anzahl der Asylsuchenden und ein notwendiger Umbau am Seehof hätten einen weiteren Betrieb nicht sinnvoll gemacht.

Die Erfahrungen mit den Asylwerbern in Kitzbühel waren durchwegs gut, wie Sozialreferentin Hedi Haidegger bestätigt. „Es ist alles sehr ruhig verlaufen. Ein großer Dank gilt hier vor allem den Freiwilligen, die hier wirklich sehr großen Einsatz gezeigt haben“, betonen Winkler und Haidegger. Drei der am Seehof untergebrachten Menschen arbeiten derzeit beim Bauhof der Stadt und im Altenwohnheim. Hier möcht­e sich Winkle­r dafür einsetzen, dass die drei entweder in Kitzbühel bleiben können oder zumindest sehr nahe untergebracht werden.

Aber auch in den anderen Orten im Bezirk werden Unterkünfte aufgelassen. Derzeit sind noch 148 Personen in den Orten Waidring, St. Johann, Kössen, Kitzbühel, Brixen und Hopfgarten unter­gebracht. Davon zugesperrt werden bis Mai die Unterkünfte in St. Johann in der Birkenstraße und eben die Villa Seehof in Kitzbühel.

Im Oktober soll dann die Unterkunft in Waidring geschlossen werden. Es folgt dann im Oktober noch das Flüchtlingsheim St. Johann-Almdorf und im Dezember jenes in Kössen. „Bei allen weiteren ist die Planung noch nicht abgeschlossen“, erklärt Mackner.