Printausgabe der Tiroler Tageszeitung vom Do, 22.03.2018


Kufstein

Nach brutalen Verbrechen fordert Stadtchef mehr Polizei

In Kufstein wurden zwei Männer zusammengeschlagen. BM Krumschnabel will vom Innenministerium mehr Beamte für die Stadt.

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© Otter



Von Wolfgang Otter

Kufstein – Gleich zwei Mal kam es in den vergangenen Wochen zu brutalen Verbrechen in der Festungsstadt: Mitte Februar wurde ein 39-jähriger Mann in der Feldgasse in der Nähe des Jugendzentrums in der Kufsteiner Innenstadt überfallen und schwer verletzt. Knapp einen Monat später wurde ein 19-Jähriger Opfer von unbekannten Tätern, die ihn mit brutaler Gewalt mit einem Baseballschläger schwer verletzten. Schauplatz des Überfalls war in diesem Fall der Bereich des Park&Ride-Parkplatzes im Ortsteil Zell.

Ereignisse, die in sozialen Netzwerken für einigen Aufruhr sorgten. So sehr, dass nun auch Bürgermeister Marti­n Krumschnabel auf den Plan tritt: „Wenn man sich die Reaktion in den sozialen Medien anschaut, dann kann man deutlich sehen, dass Kufsteins Jugendliche durch solche Vorfälle tatsächlich in Furcht und Unruhe versetzt werden und sich nicht mehr sicher fühlen. Das ist für eine Stadt wie Kufstein aber ein untragbarer Zustand“, erklärt Krumschnabel in einer Presseaussendung. Da Kufstein bereits „in seinem Bereich seine Aufgaben erfüllt und eine zwölfköpfige Stadtpolizei unterhält“, wie der Bürgermeister im Gespräch mit der Tiroler Tageszeitung meint, sei nun der Bund gefordert.

Krumschnabel wird in einem Brief an das Innenministerium fordern, dass die Zahl der Polizisten in Kufstein, „und zwar nicht nur die Planstellen, sondern auch die tatsächlich anwesenden Personen, deutlich erhöht wird“. Durch die Anwesenheit der Exekutive hofft er auf mehr Sicherheit. Es habe sich gezeigt, so der Bürgermeister, „dass mit Steigen der Bevölkerungszahl und dem damit einhergehenden regen Nachtleben durchaus auch Gefahren für die meist jungen Leute verbunden sind, die zur späteren Stunde noch unterwegs sind. Einerseits wäre es natürlich anzuraten, dass man abseits der Hauptverkehrslinien nicht unbedingt zu später Stunde alleine unterwegs ist, andererseits braucht es aber auch eine verstärkte Kontrolltätigkeit und Überwachung, was einen entsprechenden Personalbedarf nach sich zieht“, wie Krumschnabel weiter anführt. Der Stadtrat hat zudem in seiner jüngsten Sitzung die Taxigutscheinaktion bis Herbst verlängert. 1000 weitere Gutscheine können im Stadtamt gekauft und jeweils Freitag und Samstag ab 20 Uhr verwendet werden.

Damit noch nicht genug: BM Krumschnabel will auch eine Verbesserung der Beleuchtung im P&R-Parkplatz Zell erreichen. „Eventuell könnte man auch überlegen, hier eine Videoanlage zu installieren.“ Auch das Bezirkspolizeikommando in Kufstein möchte über diesen Bereich reden, „nachdem der Parkplatz sehr dunkel ist“, wie Bezirkskommandant Walter Meingassner sagt. Er wird ein Gespräch mit Stadt und ÖBB initiieren. Einer Videoanlage steht Meingassner skeptisch gegenüber. Da der Platz öffentlich zugänglich sei, müssten hier viele Verbrechen stattfinden, damit die Bezirkshauptmannschaft zustimmt. „Wir haben hier keinen Hotspot“, versichert Meingassner. Was das Personal anbelangt, stünden für die Inspektion Kufstein 49 systematisierte Beamtinnen und Beamte zur Verfügung. „Und davon sind 90 Prozent dauernd verfügbar“, versichert der Bezirkspolizeikommandant.

Bei den ÖBB werde man sich Gesprächen über eine bessere Beleuchtung am Parkplatz sicher nicht verschließen und selbst Verbesserungen daran überprüfen, wie es aus der Pressestelle heißt. „Für uns steht die Sicherheit der Fahrgäste im Vordergrund“, versichert man. Man habe auch bereits den ÖBB-Streifendienst ausgedehnt. Langfristig wird ein Parkdeck entstehen.