Letztes Update am Do, 05.04.2018 11:48

TT / Tiroler Tageszeitung Onlineausgabe


Tirol

Wirbel um Juden-Sager: FPÖ-Chef und ORF schließen Vergleich

Es war der Aufreger im Landtagswahlkampf: jener Bericht des ORF-Tirol über einen Auftritt von FPÖ-Landeschef Markus Abwerzger und Klubobmann Rudi Federspiel im Olympischen Dorf in Innsbruck. Dort hatte ein Passant antisemitische Aussagen („stinkende Juden“) von sich gegeben, die mitgeschnitten wurden.

© Screenshot ORFFPÖ-Spitzenkandidat Markus Abwerzger im Gespräch mit einem Bürger, der gegen Juden hetzte.



Innsbruck - Tirols FPÖ-Obmann Markus Abwerzger und der ORF haben sich vor Gericht verglichen. Der ORF erstattet dem Tiroler Politiker die Prozesskosten und spendet jeweils 4000 Euro an zwei Einrichtungen, die Abwerzger unterstützt: das Reha-Zentrum für Kinder und Jugendliche Ederhof in Osttirol und den Verein für Obdachlose Teestube in Innsbruck. Abwerzgers Anwalt Michael Rami ist „sehr zuversichtlich“, dass der Vergleich rechtswirksam wird. Weitere Beschwerden in der Sache vor dem Handelsgericht sowie der Kommunikationsbehörde Austria werden zurückgezogen bzw. ruhend gestellt.

Anlass für den medienrechtlichen Streit am Wiener Straflandesgericht war ein Bericht des ORF-Tirol über einen Wahlkampfauftritt des FPÖ-Landeschefs im Vorfeld der Landtagswahl im Olympischen Dorf in Innsbruck. In der TV-Reportage sprach ein Mann von „stinkerten Juden“, in der ersten Version war lediglich ein Nicken des FPÖ-Politikers dazu zu sehen. Dass die Szene weiterging und Abwerzger dem Mann widersprach, wurde erst im korrigierten Beitrag gezeigt.

„Die Unstimmigkeiten sind beseitigt“, sagte Abwerzger nach dem kurzen Gerichtstermin zur TT. Es habe ein klärendes Gespräch mit der zuständigen Redakteurin gegeben, für ihn sei die Sache nun geklärt. Der Tiroler ORF-Landesdirektor Helmut Krieghofer hatte sich bereits im Februar für den Fehler entschuldigt. (ritz)

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