Printausgabe der Tiroler Tageszeitung vom Sa, 05.05.2018


Innsbruck-Wahl

Oppitz-Plörer legt noch einiges auf die Waagschale

Vor der morgigen Bürgermeister-Stichwahl erneuert die Für-Innsbruck-Chefin ihr Angebot an die Wähler. Koalitionsbildung wird schwierig.

© BöhmSie will da bleiben, wo sie ist: Bürgermeisterin Christine Oppitz-Plörer (FI) muss ihr Amt verteidigen.



Von Manfred Mitterwachauer

Innsbruck – Die Anspannung ist da. Morgen Sonntag wird feststehen, ob Christine Oppitz-Plörer (Für Innsbruck) ihr Bürgermeisteramt gegen Georg Willi von den Grünen verteidigen kann. Während Willi bereits am Donnerstag den Medien eine Bilanz des nun zu Ende gehenden zweiwöchigen Stichwahlkampfes gab, tat dies gestern Oppitz-Plörer.

Wie auch andere Fraktionen (siehe Geschichte unten) ruft sie die Innsbrucker eindringlich dazu auf, vom Wahlrecht Gebrauch zu machen. Die geringe Wahlbeteiligung bei der Gemeinderatswahl (knapp 50 %) und der zu erwartende nochmalige Rückgang bei der Stichwahl gibt Oppitz-Plörer zu denken. Da müsse man gegensteuern – womöglich mithilfe eines „Bürgerrates“. So, wie er bereits bei Beteiligungsprojekten in Vill und Mühlau erfolgreich angewendet worden sei.

Ihr Wahlangebot an die Innsbrucker erneuerte sie ebenso wie tags zuvor Willi. Die Stadt benötige „Zeit zum Durchschnaufen“ – was das Wohnen und die Infrastruktur betreffe. Sie werfe all das und auch ihre Gesprächsbereitschaft mit allen sowie ihre Regierungskompetenz für den Wahlsonntag „auf die Waagschale“.

Die dann – unabhängig vom Ausgang der Bürgermeisterwahl – anstehenden Koalitionsverhandlungen werden keine leichten werden, sagt Oppitz-Plörer. Nach den internen Turbulenzen bei der SPÖ und der unsicheren Zukunft der alten Stadt-ÖVP-Spitze erinnerte sie die beiden bisherigen Partner, „dass sie schon ihre Verantwortung sehen werden“. Bis zur konstituierenden Sitzung des Gemeinderates werde die neue Koalition stehen: „Das ist machbar.“ Einer Aufstockung des Stadtsenats steht sie nicht ablehnend gegenüber. FI hat nur noch einen Sitz: „Mein Ziel ist es, nicht alleine für FI im Senat zu sitzen.“ Jedoch habe sich die Arbeit im Senat und Gemeinderat in den vergangenen Jahrzehnten stark geändert, sagt die Bürgermeisterin. Das klassische Regierungs-Oppositions-Spiel gebe es nicht mehr: „Es gibt schon auch Schnittmengen.“ Deshalb sollten auch alle Senatsmitglieder eine Amtsführung bekommen.

In den morgigen Wahltag gehe sie mit großer Zuversicht. Trotzdem sei die Lage schwer einzuschätzen. Die Kosten für den Stichwahlkampf bezifferte Oppitz-Plörer gestern mit 45.000 Euro.