Letztes Update am Sa, 05.05.2018 07:59

TT / Tiroler Tageszeitung Onlineausgabe


Architekturwettbewerb

Tiroler Sicherheitszentrum: ,,Kein Traum, eine Notwendigkeit“

80 Millionen Euro investiert der Bund in das neue Innsbrucker Sicherheitszentrum. Die Planungen für Ministergipfel laufen.

© Visualisierungen © ARGE GeiswinkDer Siegerentwurf für das neue Sicherheitszentrum.



Von Manfred Mitterwachauer

Innsbruck – Lange hatte er dafür kämpfen müssen, gestern war ihm die Freude umso mehr anzusehen. Landespolizeidirektor Helmut Tomac wird für seine Polizisten Ende 2021 das modernste Sicherheitszentrum Österreichs bekommen. Und das mitten im Herzen von Innsbruck. Doch von einem Traum, der wahr geworden sei, wollte Tomac bei der gestrigen Präsentation des Siegerentwurfs im Architekturwettbewerb nicht sprechen: „Das war eine Notwendigkeit.“ Immerhin würden die acht Standorte der Polizei in Innsbruck (exklusive Wachzimmer) bereits stark sanierungsbedürftig sein. Das Sicherheitszentrum soll diese nun an der Ecke Kaiserjägerstraße/Kapuzinergasse zusammenführen. Der Altbestand wird teils abgerissen, teils nur aufgestockt und saniert (Bsp: Gebäudefront in der Kaiserjägerstraße). Gebaut wird der Komplex, der von der ARGE Geiswinkler & Geiswinkler Architekten und HD Architekten geplant wurde, von der ARE, einer Tochter der Bundesimmobiliengesellschaft. Baustart ist im Juni 2019, sagt ARE-Boss Hans-Peter Weiss. Während der Bauphase stünden Ausweichquartiere in der Vomper Kaserne sowie im Ziegelstadl (für das polizeiliche Anhaltezentrum) bereit.

Die Zusammenlegung der Standorte schaffe kurze Wege und rasche Entscheidungen. Wichtige Faktoren für die Sicherheit. Das sagte gestern Innenminister Herbert Kickl (FP). Der Bund muss für das Projekt tief in die Tasche greifen – 80 Mio. €. Damit werde man auch auskommen, versicherte Kickl. Weiss nickte.

Zufrieden und angetan vom Entwurf zeigten sich gestern LH Günther Platter (VP) und BM Christine Oppitz-Plörer (FI). Erst eine große Grundstücksrochade im Jahre 2014 hatte den Polizeistandort für den Neubau abgesichert.

Indes laufen die internen Planungen für den zwischen 11. und 13. Juli in Innsbruck stattfindenden EU-Gipfel der Innen- und Justizminister bereits auf Hochtouren. Es gilt den Teilnehmern höchstmögliche Sicherheit zu gewährleisten, sagt Tomac. Als Themenschwerpunkt will Kickl auf dem Gipfel einen „Paradigmenwechsel“ im Außengrenzschutz erwirken, wie er sagte. Auch werde es um die Frage einer verstärkten Zusammenarbeit zum Schutz vor Extremismus gehen.

- Visualisierungen: ARGE Geiswinkl
Landespolizeidirektor Tomac erläutert Bürgermeisterin Oppitz-Plörer, Landeshauptmann Platter, Innenminister Kickl und ARE GF Weiss das Modell des Siegerprojekts.
- LPD Tirol/ Gruber
Vom Bestand sollen nur das Gebäude des Stadtpolizeikommandos an der Kaiserjägerstraße 8 und das viergeschossige Cobra-Gebäude im Osten des Grundstücks erhalten bleiben.
- LPD Tirol/ Viehweider