Printausgabe der Tiroler Tageszeitung vom Mi, 16.05.2018


Landespolitik

Gut aufgestellt, dennoch Schlusslicht

117 Projekte seit 2015: Die Regionalentwicklung läuft rund, das Zukunftsranking weniger.

© REABesonderes Dankeschön: (v. l.) Alexander Trs (Raiffeisenbank Reutte) gratulier­t Christian Frick ebenso zur Ehrenmitgliedschaft im Verein REA wie Sigrid Hilger (Land Tirol) und REA-Obmann BM Alois Oberer.



Reutte – Kürzlich lud Obmann Alois Oberer die Mitglieder der Regionalentwicklung Außerfern (REA) zur Jahreshauptversammlung ein. Er konnte dabei eine stolze Bilanz präsentieren. Seit Beginn der aktuellen Programmperiode Mitte 2015 stehen 117 Projekte mit einem Investitionsvolumen von rund 40 Millionen Euro zu Buche. Insgesamt fließen elf Millionen Euro an Förderungen von Land, Bund und EU in den Bezirk.

„Es läuft rund“, waren sich die Mitglieder einig, „die Region entwickelt sich gut, hat österreichweit die niedrigste Arbeitslosenquote und eine hohe Lebensqualität.“ Die Arbeit von REA ist hierbei ein wichtiges Puzzleteilchen.

Das kürzlich präsentierte Zukunftsranking der österreichischen Bezirke will hier allerdings so gar nicht ins Bild passen. Unter den insgesamt 95 Bezirken liegt das Außerfern dabei in Tirol an letzter und bundesweit an 77. Stelle. Den Bezirk nach unten ziehen die geringere Frauenerwerbsquote, ein niedriger Akademikeranteil bei den Beschäftigten und das schwächere Bevölkerungswachstum.

Für REA-Obmann Alois Oberer besteht deshalb die Herausforderung darin, die wirtschaftliche und die demografische Entwicklung in Einklang zu bringen. „Die Betriebe klagen längst über einen eklatanten Fachkräftemangel. Gleichzeitig gilt das Außerfern nicht unbedingt als Sehnsuchtsregion qualifizierter Arbeitskräfte südlich des Fernpasses. Daran wird auch ein Scheiteltunnel nichts ändern“, ist Oberer überzeugt.

REA-Geschäftsführer Günter Salchner verweist auf Anstrengungen der Nachbarregion Allgäu im Bereich Fachkräftemarketing. Dort gibt es einen eigenen Ableger der Initiative „Great Place to Work“. Jedes Jahr werden die besten Arbeitgeber im Allgäu prämiert. „Ähnliche Initiativen wären auch bei uns anzudenken“, ist Salchner überzeugt. Einen weiteren Hebel sieht er in einer besseren Vereinbarkeit von Familie und Beruf, um mehr Frauen für den Arbeitsmarkt zu gewinnen.

Neben den Ergebnissen des Zukunftsrankings standen auch Änderungen im REA-Vorstand auf der Tagesordnung. Die frühere Landtagsabgeordnete Maria Zwölfer zieht sich aus diesem Gremium zurück. Neu im Vorstand sind Natalie Klotz für den TVB Naturparkregion Reutt­e, Christian Angerer für die Bezirkslandwirtschaftskammer und Alexander Trs für die Raiffeisenbank Reutte. Trs löst auch Christian Frick als Kassier ab, der diese Funktio­n elf Jahre innehatte. Für seine langjährige Tätigkeit für den Verein REA und seine Verdienste rund um die regionale Entwicklung im Bezirk Reutte wurde er zum Ehrenmitglied ernannt. (TT, fasi)