Printausgabe der Tiroler Tageszeitung vom Do, 17.05.2018


Bezirk Landeck

Drei Tobadiller Weiler hoffen auf Brückenschlag

Die Brücke auf der Zufahrt zu den Tobadiller Weilern Badstube, Vor- und Hintergiggl ist desolat. Die Gemeinde hofft auf eine rasche Lösung.

© ReichleDie Brücke auf der Straße nach Badstube, Vor- und Hintergiggl ist derzeit nur für Pkw sicher.



Von Matthias Reichle

Tobadill – Mit einem mulmigen Gefühl im Magen geht’s derzeit über die steinerne Wolfsgrubenbrücke. Obwohl sie derzeit für Pkw freigegeben ist, stehen bleibt man auf dem Bauwerk derzeit doch lieber nicht. Am Fahrbahnrand öffnet sich ein klaffender Spalt, der einen Blick auf das darunterliegende Rinnsaal freigibt.

Wann genau die Steine herausgefallen sind, weiß niemand. Der Schaden am Bauwerk dürfte zwar von Jahr zu Jahr gewachsen sein. Aufgefallen ist es dem Gemeindearbeiter aber erst vor rund einem Monat beim Frühjahrsputz. Es besteht Gefahr im Verzug – die Gemeinde schlug angesichts von Einsturzgefahr Alarm.

„Die Situation war höchst gefährlich“, betont Statiker Georg Pfenniger, der sich das Bauwerk im Auftrag der Gemeinde angeschaut hat. Die Brücke ist demnach nicht mehr zu retten, der Bogen schwer in Mitleidenschaft gezoge­n. „Nach 65 Jahren ist die Lebenszeit überschritten.“

Ein Problem – liegt sie doch am einzigen Zufahrtsweg zu den Weilern Vorgiggl, Badstube und Hintergiggl mit rund 50 Bewohnern. Seither sind diese nur noch eingeschränkt erreichbar. Es besteht ein 3,5-Tonnen-Limit, zudem wurde der obere Fahrbahnteil abgesperrt. Lediglich für die Feuerwehr gilt eine Ausnahmeregelung, damit sie im Ernstfall ausrücken darf. Holzfuhren, Heizöltank oder gar Baustellenfahrzeuge kommen nicht durch, betont Bürgermeiste­r Martin Auer.

Nun ringt die Gemeinde um eine Lösung – und die wird auch ein finanzieller Kraftakt: „Eine Brücke kostet 25.000 bis 30.000 Euro pro Meter“, erklärt er. Auch Pfenniger rechnet mit 300.000 bis 400.000 Euro. „Wir haben nichts budgetiert“, so Auer. Für die klein­e Gemeinde sei das nicht zu schaffen. Sie hat nun eine Alternative eingereicht – sie will den Bereich der Straße aufschütten und den Bach darunter auf 20 Meter verrohren. Dabei dürfte aber auch der Naturschutz noch mitreden, glaubt man in der Gemeinde.

Vor einem Monat fiel der Schaden am Bauwerk auf.
- Reichle



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