Printausgabe der Tiroler Tageszeitung vom Do, 17.05.2018


Innsbruck

Kein Bündnis für das Klima

Ein „böses Foul“ nach der Wahl ortet Ex-Gemeinderat Thomas Carli rund um den Beinahe-Beitritt der Stadt Innsbruck zum Klimabündnis.

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Von Marco Witting

Innsbruck – Sein Gefühl sage ihm, dass dies „ein nachträgliches Foul“ in Folge der Gemeinderatswahlen war. Thomas Carli ist kurz nach seinem Ausscheiden aus dem Innsbrucker Gemeinderat hörbar sauer. Der Mandatar der Grünen hatte sich am 4. Mai in einer Aussendung noch darüber gefreut, dass der Gemeinderat einstimmig den Beitritt Innsbrucks zum Klimabündnis dem Stadtsenat zugewiesen hat. Zu früh gefreut. Denn der alte Stadtsenat lehnte den Antrag in seiner letzten Sitzung mit 6:1 Stimmen vergangene Woche ab. Pikant: Auch Carlis einstige Grünen-Parteikollegin und Vize-BM Sonja Pitscheider sprach sich gegen den Beitritt zum Klimabündnis aus.

Die allgemeine Begründung für die Ablehnung (nur Grünen-StR Gerhard Fritz stimmte zu) war, dass der Jahresbetrag von 18.000 Euro zu hoch sei und Innsbruck nichts bringe, weil man „eh alles selber“ (etwa Fahrradbewerb) mache. Pitscheider erklärte in einem Facebook-Post, dass sie den Beitritt nicht für sinnvoll erachtet hätte und sprach von Symbolpolitik. Carli ärgert sich nicht nur über diese Begründung, er stört sich auch daran, dass während der Gemeinderatssitzung niemand etwas gegen den Antrag gesagt hatte. „Innsbruck ist die einzige Landeshauptstadt in Österreich, die nicht dabei ist.“ Tirolweit sind 72 Gemeinden Mitglied, wie Andrä Stigger, Geschäftsführer des Klimabündnisses, bestätigt. „Wir haben die Entscheidung zur Kenntnis genommen und werden aber sicher wieder einen Anlauf machen“, erklärte Stigger. Carli hofft unterdessen, dass der Beitritt zum Klimabündnis auch nach seinem Austritt zum Thema gemacht wird. „Vielleicht schon bei den Koalitionsverhandlungen.“