Printausgabe der Tiroler Tageszeitung vom Do, 17.05.2018


Landespolitik

Wohn-Debatte im Landtag: ,,Lage nicht genügend ernst genommen“

Wohnlandesrätin Beate Palfrader will ein Wohnpaket vorlegen. Im Landtag warb sie am Mittwoch um aktive Mitarbeiter aller Fraktionen.

© Foto TT / Rudy De MoorLR Beate Palfrader (VP) will ein Wohnpaket vorlegen.Foto: De Moor



Innsbruck – Selbstkritisch müsse man schon auch sein, ließ Wohn-Landesrätin Beate Palfrader (VP) gestern anlässlich einer Landtagsdebatte zum leistbaren Wohnen aufhorchen: „Wir alle haben die Lage nicht genügend ernst genommen.“ Sündteure Mieten, unerschwingliche Baugründe, unkontrolliertes Spekulantentum mit Immobilien: Dass jetzt der Hut brennt, das wissen alle. Auch die schwarz-grüne Landesregierung.

Die Lösung wird keine einfache. Und vor allem keine eindimensionale. Palfrader warb gestern in der Fragestunde intensiv um aktive Mitarbeit aller Fraktionen, um das noch in Zusammenstellung befindliche Maßnahmenpaket der Regierung auf die Welt zu bringen. Und man hofft auf einen Schulterschluss mit der Landeshauptstadt – immerhin Hotspot in Sachen Wohnproblematik.

Palfrader will vieles angehen, auch ressortübergreifend mit LR Johannes Tratter (Raumordnung). So sollen Wartefristen bei der Mietzinsbeihilfe auch über die Gemeindegrenzen hinweg anrechenbar sein, eine Leerstandserhebung Wohnungen mobilisieren helfen, die Bauordnung überarbeitet, 12.000 neue Wohnungen gebaut werden und, und, und ...

In vielen Punkten könnte die Opposition wohl mit der Regierung gehen. Wie immer wird der Teufel aber im Detail stecken. Liste Fritz und SPÖ verwehrten sich dagegen, das Problem negiert zu haben. „Nur die Regierung hat unsere Anträge abgelehnt“, konterte SP-Chefin Elisabeth Blanik. Dass eine Leerstandserhebung mehr Wohnungen auf den Markt schaufle, glaubt wiederum die FPÖ nicht. (mami)