Printausgabe der Tiroler Tageszeitung vom Do, 17.05.2018


Exklusiv

Umstrittene Hotel-Förderung auch in Osttirol paktiert

400.000 Euro für Hotelprojekt der Explorer-Gruppe in Lienz soll bereits politisch vereinbart worden sein. Hinter den Kulissen herrscht Aufregung.



Von Peter Nindler

Innsbruck – Vor wenigen Tagen erklärte Explorer-Geschäftsführerin Katja Leveringhaus gegenüber dem Osttiroler Online-Portal Dolomitenstadt erstmals, dass die Hotelgruppe Interesse an einem Hotel mit bis zu 200 Betten in Lienz habe. Im Hintergrund werden derzeit die Weichen am Hochstein gestellt, der stellvertretende ÖVP-Klubchef Hermann Kuenz spricht von einem wichtigen touristischen Vorhaben. Und was im Ötztal gehe, treffe auf Osttirol doppelt zu, wird hinter den Kulissen bereits die gleiche Förderung wie für das Explorer-Hotel in Umhausen bestätigt. 400.000 Euro sollen aus dem Impulspaket des Landes in den geplanten Hotelbetrieb fließen.

Wie Recherchen der TT ergeben haben, gibt es zwar noch keinen Antrag auf die Subvention, doch diese sei bereits auf höchster politischer Ebene paktiert worden, heißt es. Warum aus dem Impulspaket zur Förderung von Investitionen zu Betriebsansiedelungen, -erweiterungen oder -neugründungen? Offenbar ist der Topf aus der Wirtschaftsförderung des Landes bereits erschöpft.

So werden das Vorhaben in Umhausen und jenes am Lienzer Hochstein, das sich noch im Planungs- und Verhandlungsstadium befindet, mit dem Impulspaket unterstützt. Nicht gerade zur Freude der Touristiker. Auch LH Günther Platter (VP) erkennt mittlerweile die Problematik. Schließlich möchte das Land mehr in touristische Qualität investieren und nicht günstige Hotelangebote protegieren. Gerade das ist jedoch die Visitenkarte der Explorer-Hotels, die mit Übernachtungspreisen von 40 Euro bis 100 Euro pro Person inklusive Frühstück je nach Saison punkten wollen.

Bereits gestern gab es dazu eine Sitzung im Landhaus, jetzt will man die Förderrichtlinien überarbeiten. Auch den umstrittenen Investorenmodellen bei Hotelbetten werden Grenzen gesetzt. Dass aus dem Impulspaket in den vergangenen Jahren acht Hotelprojekte mit insgesamt zwei Millionen Euro gefördert wurden, soll ebenfalls der Vergangenheit angehören. Die Investitionsförderung müsse ausschließlich über die Tourismusförderung erfolgen, lautet jetzt die politische Vorgabe.