Printausgabe der Tiroler Tageszeitung vom Fr, 18.05.2018


Bezirk Imst

Bruch im Gemeinderat in Wildermieming vollzogen

Nun verzichteten alle Personen auf der Wildermieminger Liste „Gemeinsam aktiv“ auf einen der vier Sitze.

© PloderAm 19. April dieses Jahres war der Gemeinderat von Wildermieming das letzte Mal voll besetzt, danach zogen vier Mandatare aus.Foto: Ploder



Von Alexander Paschinger

Wildermieming – Der bislang elfköpfige Gemeinderat von Wildermieming wird kommende Woche und in weiterer Folge nur noch sieben Mitglieder umfassen. Wie berichtet, zogen bei der April-Sitzung die vier Mandatare der Liste „Gemeinsam aktiv“ aus und erklärten ihren Rückzug. Nun haben auch die 16 dahinter gereihten Personen der Liste schriftlich ihren Mandatsverzicht erklärt, der nach einer Woche Nachdenkpause auch rechtswirksam wird.

Der Auszug der gesamten Fraktion war schon am 19. April angekündigt worden. Allerdings fehlten bislang auch formell die Unterschriften. Der Groll der einstigen Mandatare richtet sich gegen BM Klaus Stocker und entlud sich zuletzt bei den Vorstellungen rund um Kindergarten und Volksschule. Die Lokalpolitiker um Listenführer Andrea­s Stoll wollten jedenfalls so nicht mehr weitermachen. „Der Bürgermeister sagte immer wieder die Unwahrheit“, ist von ihm zu hören, eine Zusammenarbeit sei nicht mehr möglich. Stocker weist alle Vorwürfe zurück. Was Informationen anbelange, „habe ich für alle Unterlagen vorbereitet“. Das sei eine Hol- und keine Bringschuld, er habe jedenfalls keine Informationen zurückgehalten.

Am kommenden Mittwoch tagt in Wildermieming wieder der Gemeinderat. Der Dorfchef hatte zunächst andere Mitglieder der Liste „Gemeinsam aktiv“ zur Sitzung geladen, doch nun liegen ihm die weiteren 16 Mandatsverzichte vor, was Stocker bedauert. „Der Bürgermeister hatte angekündigt, mit den anderen meiner Liste noch zu reden – das hat er nicht getan“, sagt Stoll zur TT. „Eine Volksbefragung zum geplanten Schul-und Kindergartenneubau, sowie auch die jährlich gesetzlich verpflichtenden öffentlichen Gemeindeversammlungen, lehnt Bürgermeister Stocker ebenfalls ab. Jegliche Diskussion in der Öffentlichkeit wird bewusst gemieden, um sich keinen kritischen Fragen stellen zu müssen.“

Der Bruch in der Gemeinde­politik scheint damit besiegelt. Doch Stocker kann mit seinen sechs Stimmen sowie GR Matthias Fink laut Tiroler Gemeindeordnung weiter regieren. „Wir haben einen Wählerauftrag“, betont der Bürgermeister.




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