Printausgabe der Tiroler Tageszeitung vom Do, 31.05.2018


Bezirk Reutte

Scheiteltunnel: Im Sommer startet Planung für den Fernpass

Bei den Probebohrungen für den Scheiteltunnel stieß man auf Festgestein. Bisher gab das Land 660.000 Euro dafür aus.

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© Paschinger



Innsbruck – Durchaus optimistisch zeigt sich der für Straßenbau zuständige LHStv. Josef Geisler in Hinblick auf den geplanten Fernpass-Scheiteltunnel. In einer Anfragebeantwortung an FPÖ-Chef Markus Abwerz­ger bestätigt er positive Ergebnisse der Probebohrungen. Diese seien „vorerst abgeschlossen und die Ergebnisse sind die Basis für die Detailplanungen“, schreibt Geisler. Man sei auf nur eine Gesteinsart (Dolomitgestein der Hauptdolomitformation) gestoßen, die ursprünglich „geschätzten Baukosten von 100 Millionen Euro sind aus heutiger Sicht ausreichend“. Voraussichtlich starten in diesem Sommer „die einzelnen Fachplanungen für das Einreichprojekt“.

Bislang belaufen sich die Kosten für die Probebohrungen auf 660.802,38 Euro brutto, gibt der Regierungsvize an. Die Gesamtkosten der Erkundungsmaßnahmen können aber derzeit noch nicht angegeben werden. Er verweist in diesem Zusammenhang auf mögliche weitere Abklärungen und Fragestellungen, die im Zuge der Detailplanungen auftreten können. Der Verkehrsreferent preist auch die um 3,5 km kürzere Strecke durch den Tunnel an. Für Gartnerwand- oder Wannecktunnel seien keine Probebohrungen geplant.

Bestätigt sieht sich auch Landesgeologe Gunter Heißel im akademischen Streit um die Entstehung des Fernpasses. Die bisherige Lehrmeinung geht von einem Bergsturz aus, Heißel sieht im Bohrergebnis den Hinweis auf seine Gipskarst-Theorie. Dieser Gipskarst befinde sich aber unter der angepeilten Tunneltrasse: „Das Festgestein ist daher für einen Tunnelbau nicht ungünstig.“ (pascal)