Printausgabe der Tiroler Tageszeitung vom Sa, 09.06.2018


Innsbruck

Patscherkofel: Zuschusspaket bleibt alternativlos

Gemeinderat muss Patscherkofel-Gelder freigeben. Expertise für Betriebskonzept in Diskussion.

© TT/Thomas BöhmDie neue Patscherkofelbahn (Symbolfoto).



Innsbruck – Der Aufschrei mag noch so groß sein, an einer Freigabe des nunmehr mit elf Millionen Euro dotierten Mehrkostenrahmens für die Patscherkofelbahn wird der Innsbrucker Gemeinderat nicht umhinkommen. Bereits am Mittwoch soll der Rahmen vom Stadtsenat, einen Tag später vom Gemeinderat beschlossen werden.

Im Magistrat wurden seit Bekanntwerden der Mehrkostenexplosion Anfang dieser Woche viele Verträge durchforstet und allfällige finanzielle Exitstrategien durchgespielt. Letztlich soll man immer zu ein und demselben Ergebnis gekommen sein: Die Stadt muss zahlen. Wenn auch noch nicht bis auf die letzte Million klar ist, wie hoch nun die Mehrkosten mit dem Eintrudeln der noch offenen Rechnungen am Ende tatsächlich sein werden – ein Großteil der Forderungen ist jetzt zu begleichen.

Gäbe die Stadt das Geld nicht frei und ließe sie damit die Patscherkofelbahn In­frastruktur GmbH finanziell im Stich, könnte das weitreichende Konsequenzen zeitigen. Zwar sei die Stadt als einzige Gesellschafterin nicht zur Zahlung von Nachschüssen verpflichtet. Blieben diese Gelder aber aus, geriete die GmbH wohl binnen kürzester Zeit in finanzielle Turbulenzen. Zudem könnte das Vertrauen der Stadt hinsichtlich ihrer Tochterfirmen gegenüber Banken und Unternehmen beschädigt werden. Bis dato haben die Stadt und ihre Töchter bei Fremdfinanzierungen stets gute Konditionen bekommen – auch das könnte auf dem Spiel stehen, ließen die Mandatare die Patscherkofelbahn auf ihren Forderungen sitzen.

Der Biss in den sauren Finanzapfel wird deshalb für den Innsbrucker Gemeinderat unausweichlich sein. Umso höheres Augenmerk dürfte man in die Sonderprüfung zur Aufklärung der Mehrkostengenese durch das städtische Kontrollamt legen.

Aufklärung ist die eine, Zukunftsorientierung die andere Frage, die man sich nun bei der Patscherkofelbahn stellen wird müssen. Ziel muss auch weiter ein nahezu abgangsfreier laufender Betrieb sein. Ob dies zu schaffen ist und – weit wichtiger – durch welche Maßnahmen, dazu sollen bereits Pläne für die Beauftragung einer externen Expertise gewälzt werden, heißt es aus dem Rathaus. (mami)




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