Printausgabe der Tiroler Tageszeitung vom Do, 14.06.2018


Osttirol

Lienzer Innenstadt wird zur Begegnungszone

Der Lienzer Gemeinderat verordnete mehrheitlich eine ganzjährige Begegnungszone.

© Blassnig ChristophMehrere Straßen in der Lienzer Innenstadt werden Teil einer Begegnungszone, die zukünfitg noch ausgeweitet werden könnte.Foto: Blassnig



Von Christoph Blassnig

Lienz – Fußgänger, Radfahrer und Autos werden zukünftig Verkehrsflächen in der Lienzer Innenstadt in einer Begegnungszone gleichberechtigt und rücksichtsvoll nutzen. Davon ist der Lienzer Gemeinderat mehrheitlich überzeugt und hat eine entsprechende Verordnung beschlossen. Mit allen Vertretern der SPÖ stimmten auch die grüne Gerlinde Kieberl, der LSL-Mandatar Uwe Ladstätter und Anton Raggl (FPÖ) für den Erlass. Raggls Parteikollege Josef Blasisker hielt mit den sieben Stimmen der ÖVP dagegen. Die Abstimmung wurde auf Antrag der Volkspartei namentlich durchgeführt und so in das Sitzungsprotokoll aufgenommen. Deren Vertreter kritisierten die Vorlage des Mobilitätsausschusses scharf. Es werde eine für den Autoverkehr wichtige Nord-Süd-Verbindung in der Stadt ganzjährig gekappt, so die Abstimmungsgegner, die dadurch anderswo zusätzliche Belastungen befürchten.

Die Befürworter der Begegnungszone führten den bisherigen Schilderwald auf den betroffenen kleinteiligen Straßenabschnitten ins Treffen. Es sei für Einheimische und erst recht für Auswärtige nur schwer möglich, sich zwischen Fahrverboten, unterschiedlichen Geschwindigkeitsbegrenzungen, der teilweisen Fußgängerzone am Johannesplatz sowie Halte- und Parkverboten auf den aufwändig gepflasterten Straßen zu orientieren. Es sei nur richtig, dass der damit befasste Mobilitätsausschuss eine einheitliche Regelung auf Basis eines Verkehrsgutachtens erarbeitet habe.

Die Verordnung gilt von der Messing- über die Rosengasse und den Johannesplatz bis zur Andrä-Kranz-Gasse sowie in Teilen für die Muchargasse. Fußgänger dürfen die gesamte Fahrbahn benutzen, Fahrzeuge jedoch nicht mutwillig behindern. Fahrzeuge dürfen ebenfalls niemanden behindern und nicht schneller als mit 20 km/h unterwegs sein. Parken ist nur an gekennzeichneten Stellen erlaubt. Radfahrer dürfen nebeneinander fahren, müssen sich aber rechts halten. Rollstuhlfahrer müssen ihr Tempo dem Fußgängerverkehr anpassen. Der Anrainerverkehr ist wie bisher ohne Einschränkungen möglich, die Zulieferung von 6.30 bis 10 Uhr gestattet.