Printausgabe der Tiroler Tageszeitung vom Fr, 15.06.2018


Bezirk landeck

„Asyl-Eklat“ im Bezirk sorgt für heftige Kritik

© APAVoriges Jahr haben 3678 Flüchtlinge aus Afghanistan einen Antrag auf Asyl in Österreich gestellt. 703 Afghanen wurden abgeschoben.Foto: APA



Landeck, Zams, Serfaus – Überwiegend scharfe Reaktionen trafen am Donnerstag zum TT-Bericht über jene fünf Asylwerber ein, die im Bezirk Landeck derzeit eine Lehrausbildung machen. Sie sind aus Afghanistan geflüchtet und müssen mit einer Abschiebung rechnen.

„Wie verheerend sich die verschärfte Abschiebepraxis der Bundesregierung auswirkt, zeigt sich aktuell bei fünf Lehrlingsfällen in Land­eck“, heißt es aus dem Büro der Tiroler Grünen. Der grüne Landecker Bezirkssprecher Wolfgang Egg und Integrationssprecher Georg Kaltschmid erklärten zu den drohenden Abschiebungen: „Als 2015 Menschen auf der Flucht zu uns kamen, wurde ihnen von der Bundesregierung vermittelt, dass Integration der Schlüssel ist, damit sie hier bleiben können.“ Also hätten die Asylwerber Deutsch gelernt, Freundschaften geknüpft und auch am Arbeitsmarkt Fuß gefasst. „Und jetzt sollen sie abgeschoben werden? In unsichere Länder wie Afghanistan, wo nach wie vor der Krieg tobt und Menschen verfolgt werden.“ NR Dominik Schrott (ÖVP) putze sich an den Asylgesetzen ab, kritisiert Egg. „Die Gesetze kann man ändern, wenn man will.“

Der Zammer LA Benedikt Lentsch (SPÖ) verweist auf eine Petition seiner Partei an den Tiroler Landtag – ein Plädoyer mit dem Titel „Lehre für Asylwerbende in Mangelberufen“. In der Petition heißt es: „Die Bundesregierung wird nachdrücklich ersucht, im Sinne der Ausbildungssicherheit für Lehrlinge und Ausbildungsbetriebe, die ansonsten keine Lehrlinge hätten, eine Lösung in Anlehnung an das deutsche Modell 3 + 2 zu verwirklichen.“ Womit drei Ausbildungsjahre und zwei Arbeitsjahre gemeint sind.

NR Dominik Schrott (ÖVP) unterstreicht seine Position: „Unsere Asylgerichte sind unabhängig. Das ist zu respektieren. Womit ich keine Möglichkeit habe, für die betroffenen Asylwerber in Land-eck zu intervenieren.“ (hwe)