Printausgabe der Tiroler Tageszeitung vom Fr, 15.06.2018


Osttirol

Elf Gemeinden gründen größte Verwaltungs-Kooperation Tirols

Elf Gemeinden machen im „Kommunal Management Center Osttirol“ gemeinsame Sache beim Baurecht.

© OblasserBM Matthias Scherer, Landesrat Johannes Tratter, Juristin Alexandra Thaler-Gollmitzer und BM Bernhard Schneider (v. l.) sind zufrieden.Foto: Oblasser



Von Catharina Oblasser

Assling – Angelegenheiten des Baurechts werden elf Osttiroler Kommunen in Zukunft leichter gemacht. Die Gemeinden haben sich zum „Kommunal Management Center Osttirol“ zusammengeschlossen. Das heißt, dass zwei spezialisierte Juristinnen den Gemeindeämtern die Standardverfahren abnehmen. Der Bürgermeister bleibt zwar Baubehörde erster Instanz, doch die Amtsleiter bzw. andere Gemeindemitarbeiter sind freigespielt.

Am Donnerstag stellten die Bürgermeister Bernhard Schneider (Assling) und Matthias Scherer (Obertilliach) die neue Kooperation vor. Landesrat Johannes Tratter, zuständig für Gemeindeangelegenheiten, war bei der Präsentation dabei. „Das Kommunalmanagement-Center Osttirol ist nicht die erste, aber mit Abstand die größte Verwaltungsgemeinschaft des Landes“, lobt er. „Sie ist ein Vorbild für ganz Tirol.“ Das Land steuert 450.000 Euro für den Start bei. Die Mitgliedsgemeinden zahlen eine Kopfquote von sechs Euro.

Diese Gemeinden sind Abfaltersbach, Assling, Gaimberg, Iselsberg-Stronach, Kartitsch, Nikolsdorf, Oberlienz, Obertilliach, Prägraten, Schlaiten und St. Johann im Walde. Was den meisten dieser elf Kommunen gemeinsam ist: Die Personaldecke im Gemeindeamt ist dünn, meist gibt es nur einen einzigen Beamten, der für Baurechtssachen zuständig ist. „Wenn der dann etwa wegen einer Grippe ausfällt, läuft nichts mehr“, sagt der Nikolsdorfer Bürgermeister Georg Rainer. „Es ist schon schwierig genug, wenn unsere zwei Mitarbeiter Urlaube und Überstunden abbauen sollen.“ Josef Außerlechner, Bürgermeister von Kartisch, meint: „Durch die Auslagerung der Bauangelegenheiten in das neue Center gewinnen wir Ressourcen für Wichtiges, nämlich Projektplanung und Gemeindeentwicklung“, begründet er den Beitritt von Kartitsch. Für Anton Steiner, Bürgermeister von Prägraten, ist Solidarität wichtig. „Wir würden selbst zurechtkommen, doch die Kooperation soll möglichst viele Gemeinden umfassen. Deshalb unser Beitritt.“

Die beiden Juristinnen, die künftig die Bauangelegenheiten der elf Mitglieder übernehmen, sind Alexandra Thaler-Gollmitzer und Andrea Weis. Ab September gibt es ein Büro in Lienz.

Zukunftspläne existieren auch schon, erklären die Bürgermeister: „Wir hoffen, dass sich weitere Gemeinden zu einem Beitritt entschließen“, so Scherer. Und Schneider erklärt, dass sich die Agenden des neuen Centers auch auf die Lohnverrechnung oder das Veranstaltungswesen ausweiten lassen. „Vor allem bei Veranstaltungen braucht es Bescheide, die halten.“