Printausgabe der Tiroler Tageszeitung vom Di, 26.06.2018


Landespolitik

Bildungsdirektor fix: Gappmaier steigt auf

Der bisherige Chef der Bildungsabteilung steht der mit 1. Jänner 2019 tätigen Bildungsdirektion vor. „Haus der Bildung“ könnte im Landhaus 2 angesiedelt werden.

Karrieresprung ist fix: Paul Gappmaier wird Chef der neuen Bildungsdirektion – Bildungslandesrätin Beate Palfrader gratuliert.

© Land TirolKarrieresprung ist fix: Paul Gappmaier wird Chef der neuen Bildungsdirektion – Bildungslandesrätin Beate Palfrader gratuliert.



Innsbruck – Insgeheim galt er seit Langem als haushoher Favorit, die TT berichtete. Gestern wurde die Rochade aus dem Landhaus bestätigt: Paul Gappmaier (57), Jurist und Bildungsexperte, wird Direktor der neu zu schaffenden Bildungsdirektion Tirol. Der derzeitige Vorstand der Abteilung Bildung, Kultur und Sport konnte sich gegen vier weitere Bewerber in einem Hearing Ende Mai durchsetzen und wird heute in seiner neuen Funktion von Bildungsminister Heinz Faßmann (ÖVP) angelobt. Gappmaier tritt sein Amt mit 1. Juli an – Abteilungsleiter bleibt er bis Jahreswechsel weiter.

Die Schaffung der Bildungsdirektion ist Teil der Bildungsreform des Bundes. In ihr sollen die Bildungsabteilung des Landes sowie des Landesschulrats (des Bundes) in einer Einrichtung verschmelzen. „Damit werden Synergien geschaffen und eine effiziente, zukunftsweisende Schulverwaltung sichergestellt“, betont Bildungslandesrätin Beate Palfrader (VP). So lautet zumindest das hehre Ziel. Palfrader ist derzeit auch Landesschulratspräsidentin. Mit der Einrichtung der Bildungsdirektion verliert sie dieses Amt wie geplant. Jedoch könnte sie künftig der Bildungsdirektion als Präsidentin vorstehen – sofern ihr LH Günther Platter (VP) dieses Amt per Verordnung überträgt. Gappmaier ist als Bildungsdirektor gegenüber Platter (bzw. Palfrader) und dem jeweiligen Bildungsminister weisungsgebunden.

Bereits in der morgen startenden Juni-Sitzung des Landtages müssen das Bildungsreformgesetz, das Bildungsdirektions-Zuweisungsgesetz und das Gesetz über den Präsidenten der Bildungsdirektion beschlossen werden, um das neue Konstrukt mit 1. Jänner 2019 auf die Beine zu stellen. Die Bildungsdirektion soll künftig als zentraler Ansprechpartner in Sachen Schule und Ausbildung fungieren. Sie vollzieht das Schulrecht, übernimmt die Qualitätssicherung sowie Schulaufsicht und das Bildungscontrolling. Personell ist sie für Bundes- wie Landeslehrer zuständig. Das sind immerhin knapp 100.000 Schüler sowie rund 12.000 Lehrer. Künftig sollen Schulen Cluster bilden können, die Autonomie wird gestärkt.

An die 140 Mitarbeiter (50 Bildungsabteilung; 90 Landesschulrat) sollen jetzt unter ein Dach. Eine Standortprüfung läuft, eine Lösung im Landhaus 2 scheint aber wahrscheinlich.

Die Ausschreibung der Bereichsleitungen (Präsidium, Pädagogischer Dienst) muss erst erfolgen. Die Bildungsdirektion selbst dürfte in zwei Abteilungen (Pflichtschulen; Budget und Wirtschaft) gegliedert werden. Tirol wird in drei Bildungsregionen (Unterland, Mitte, Oberland) unterteilt sein. (mami)