Printausgabe der Tiroler Tageszeitung vom Sa, 30.06.2018


Osttirol

Lienz plant Entsorgung mit Umlandgemeinden

Fünf weitere Jahre mietet die Stadt die Fläche des Altstoffsammelzentrums von den ÖBB. Neubau in der Peggetz ist eine Option.

© Blassnig ChristophDas Gebäude zur Altstoffentsorgung in Lienz befindet sich auf einem Grundstück der ÖBB, das die Stadt mietet. Foto: Blassnig



Lienz – Für die Lienzer Bürgermeisterin Elisabeth Blanik ist klar, dass es in Zukunft eine gemeinsame Anstrengung der Talbodengemeinden für die Altstoffentsorgung brauchen wird. „Es ist nicht einzusehen, dass in den umliegenden Gemeiden die Recyclinghöfe nur einmal pro Woche geöffnet sind“, so Blanik in der letzten Gemeinderatssitzung. Papier, Verpackungen, Glas und Sperrmüll würden darüber hinaus am Bahnhofsgelände in Lienz entsorgt, wofür die Stadt allein die Kosten trage. „Da geht es um Fairness.“

Gerlinde Kieberl, Obfrau des Umweltausschusses, bestätigte, dass es Planungen für einen Neubau in der Peggetz gebe. Kieberl: „Wir haben uns vor einem Jahr in Nord­tirol angesehen, wie anderswo Gemeinden für die Entsorgung gemeinsam aufkommen.“ Eine Möglichkeit sei etwa die Ausgabe einer Bürgerkarte. Nur mit dieser sei man in der Folge zur Entsorgung berechtigt. Vizebürger­meister Kurt Steiner ist ebenfalls für eine neue Lösung in der Peggetz: „Die wird nur in Zusammenarbeit mit den anderen Gemeinden umzusetzen sein. Baulich würde das sicher zwei- bis dreimal so groß wie das bestehende Altstoffsammelzentrum in Lienz.“ Die Stadtgemeinde hat mit den ÖBB einen neuen Fünf-Jahres-Vertrag für das Gelände am Bahnhofs­areal abgeschlossen. Man hab­e im Zuge der Planungen für das neue Mobilitätszentrum auch einen Kauf der Fläche angedacht, berichtete Blani­k. Mehrere hunderttausend Euro Kaufpreis seien jedoch außerhalb der Möglichkeiten. „Wir bleiben einstweilen Mieterin der 726 Quadratmeter für 650 Euro monatlich“, erläuterte die Bürgermeisterin. Der neue Vertrag ermöglicht auch einen vorzeitigen Ausstieg bei sechsmonatiger Kündigungsfrist. Gerlinde Kieberl erklärte: „Bisher ist keine gemeinsame Lösung in Sicht.“ (bcp)