Printausgabe der Tiroler Tageszeitung vom Di, 03.07.2018


Bezirk Kufstein

Schlagabtausch um Mautflucht

© www.muehlanger.atDer Ausweichverkehr wegen der Vignettenpflicht auf der Autobahn sorgt für Stau im Kufsteiner Stadtgebiet.Foto: Bildagentur Mühlanger



Kufstein – Der FPÖ-Landtagsabgeordnete Christofer Ranzmaier bleibt bei seiner Forderung nach einem Mautfluchtgipfel in Kufstein, „bei dem man die Verantwortlichen aller Ebenen so lange in einen Tagungsraum sperrt, bis weißer Rauch aufsteigt und eine Lösung vorliegt, die die Betroffenen spürbar entlastet“, so der Landespolitiker. Diese Forderung geht Hand in Hand mit dem Beschluss des Tiroler Landtages, laut dem die ÖVP-FPÖ-Bundesregierung aufgefordert wird, Maßnahmen gegen den Ausweichverkehr von der Auto­bahn, nicht nur in Kufstein, zu ergreifen.

Gleichzeitig haben Grüne und ÖVP die Freiheitlichen bei diesem Thema besonders in die Pflicht genommen. Die FPÖ (aber auch ÖVP) hatte während des Nationalratswahlkampfes versprochen, gegen die Mautflucht in Kufstein vorzugehen. Und das Verkehrsministerium sei nun auch in freiheitlicher Hand.

„Es läuft leider genau so, wie ich es bereits prophezeit habe. Der Antrag ist beschlossen und die Vertreter der Regierungsparteien nützen die erste Gelegenheit, um sich aus der Verantwortung zu stehlen“, kritisiert Ranzmaie­r das seiner Ansicht nach „halbherzige Tun von ÖVP und Grünen“. Auch der Kufsteiner Bürgermeister Martin Krumschnabel erntet Kritik. Dieser hatte ebenfalls ÖVP und FPÖ an deren Aussagen erinnert. Außerdem ist er kein Freund einer von Ranzmaier ins Spiel gebrachten Umfahrung. Daher wirft dieser nun Krumschnabel vor, durch „eine visionslose Fortschreibung des ‚Verkehrskonzepts‘ die Situation für die mautfluchtgeplagte Bevölkerung um nichts besser zu machen“. Für Altbürgermeister Siegfried Dillersberger ist die „letzte Hoffnung, den Bundesminister noch einmal eindringlich und persönlich auf die Situation aufmerksam zu machen, die von seinen Beamten offensichtlich unterschätzt wird. Denn ich kann mir nicht vorstellen, dass Norbert Hofer, wenn er alle Zusammenhänge kennt, den Willen des Volkes, des Landtags und die Zusagen seiner Vorgänger nicht anerkennt.“ (wo)