Printausgabe der Tiroler Tageszeitung vom Di, 03.07.2018


Bezirk Kufstein

Kindergarten bleibt länger offen

© HrdinaDer Kindergarten wird ab Herbst bis 14 Uhr geöffnet sein, auch in den Schulferien soll es eine Betreuung geben.



Angath – Mit längeren Öffnungszeiten und einer Gruppe während der Ferien baut Angath seine Kindergarten-Betreuung aus. Ab 1. September können die Kleinen dort bei Bedarf von 7 bis 14 Uhr statt wie bisher bis 13 Uhr untergebracht werden. Auch während der Schulferien bleibt der Kindergarten künftig geöffnet.

„Der Bedarf an Betreuung wird immer größer. Häufig müssen beide Elternteile arbeiten, um den Lebensunterhalt zu verdienen“, erläutert Bürgermeister Josef Haaser und wirft einen Blick in die Zukunft: „Wir werden irgendwann eine Betreuung bis 17 Uhr brauchen.“ Damit steht Angath nicht als einzige Gemeinde vor einer finanziellen Herausforderung. „Die Kindergartenbetreuung ist aus den laufenden Einnahmen jetzt schon nicht finanzierbar“, teilt Haaser mit. Im vergangenen Jahr musste die Gemeinde den Fehlbetrag von 53.000 Euro aus frei verfügbarem Kapital decken. Mit der Ausdehnung der Betreuung dürfte sich diese Summe kaum verringern. „Das Land wird uns schon nicht im Regen stehen lassen“, hofft der Dorfchef auf weitere Hilfe von „oben“. Wie viel an Mehrkosten auf die knapp 1000-Einwohner-Gemeinde zukommen, ließe sich jetzt noch nicht sagen. Für den Betrieb während der Ferien werde es nur eine Gruppe mit etwa 15 Kindern statt der regulären zwei geben. „Mehr brauche es nicht“, wie sich aus Gesprächen bei einer Elternversammlung ergeben habe.

Bis Ende der Woche läuft die Anmeldefrist, danach könne man zumindest sagen, wie viele Eltern das erweiterte Angebot in Anspruch nehmen wollen. Sollte die Nachfrage zu gering sein, könne sich Haaser auch vorstellen, die wenigen Kinder in den Ferien in der Kinderkrippe unterzubringen. Dazu brauche es eine Genehmigung des Landes. Auch eine Tagesmutter sei eine Alternative. Per Gesetz dürfe die Gemeinde zwar die Kindergartengebühren kostendeckend gestalten, „dann müssten wir aber 300 Euro pro Monat verlangen“, rechnet Haaser vor und winkt diesbezüglich ab. Pro Monat solle es bei 45 Euro für die Betreuung bis 13 Uhr bzw. 55 Euro (plus 3,50 Euro für Essen) bis 14 Uhr bleiben. (jazz)