Printausgabe der Tiroler Tageszeitung vom Do, 05.07.2018


Bezirk Kitzbühel

Walter Leitner-Hölzl ist der neue Westendorfer Vizebürgermeister

Nicht die Liste Aufwind stellt wieder den Westendorfer Vize, sondern der AAB. Nach der Neuwahl gab’s Kritik an der Bürgermeisterin.

© Harald AngererBürgermeisterin Annemarie Plieseis gratulierte Walter Leitner-Hölzl zur Wahl zum Vizebürgermeister. Wie im Geset­z vorgesehen, wurde er aus den Reihen des Gemeinderates gewählt.Foto: Angerer



Von Harald Angerer

Westendorf – Ebenso überraschend wie der Rücktritt des bisherigen Westendorfer Vizebürgermeisters Pete­r Pirchl (Aufwind) ist nun auch seine Nachfolge. Denn nicht die Liste Aufwind, sie hatte bei der Wahl 2016 die meisten Stimmen erhalten, stellt den neuen Vizebürgermeister, sondern die AAB-Liste „Bürgermeisterliste für Arbeitnehmer, Wirtschaft und Tourismus“. Walter Leitner-Hölzl war der einzige Wahlvorschlag, auf diesen hatten sich die drei ÖVP-nahen Listen Aufwind, AAB und Wirtschaft bereits im Vorfeld verständigt.

„Als neuer Fraktionsführer der stärksten Gruppierung ist man an mich herangetreten. Aus zeitlichen Gründen, wegen Hof und Beruf, kann ich die Funktion nicht übernehmen“, erklärte Leonhard Schroll von der Liste Aufwind vor der Wahl, warum es von seiner Liste keinen Kandidaten für den Vizebürgermeister gab. Zudem sei es in der jetzigen Situation am besten, wenn jemand die Position übernimmt, der bereits im Gemeindevorstand sitzt. Die Wahl verlief reibungslos und Leitner-Hölzl wurde mit 14 Ja- und einer ungültigen Stimme gewählt.

Damit war das Thema aber für Bürgermeisterin Annemarie Plieseis (WIR) noch nicht überstanden. Pirchl hatte ja vor allem die schwierige Zusammenarbeit mit ihr als einen Rücktrittsgrund genannt. „Wir können das nicht einfach so stehen lassen. Es gibt deshalb eine Erklärung aller drei Listen“, sagte GR Josef Lenk (Wirtschaft). Es habe sogar Überlegungen gegeben, dass alle zehn Mandatare der drei Listen ihr Mandat zurück­legen. „Doch es stehen sehr viele wichtige Entscheidungen für Westendorf an, die nicht noch weiter verzögert werden dürfen“, erklärte Lenk.

Der Abgang von Pirchl sei ein massiver Verlust für Wes­tendorf, betonte Lenk, wie auch Schroll und Leitner-Hölzl. Einen solchen Abgang habe er sich nicht verdient, waren sie sich einig. „Jeder von uns wurde gewählt. Es sind Mehrheiten zu suchen und zu akzeptieren“, zitierte Lenk aus der Erklärung und dann direkt Richtung Plieseis: „Annemarie, sei nicht immer so beratungsresistent.“ Leitner-Hölzl betonte jedenfalls, dass er auf eine gute Zusammenarbeit hoffe.

Plieseis betonte, dass es in den vergangenen beiden Jahren schwierige wie auch gute Zeiten gegeben habe. „Meine Bereitschaft zur Zusammenarbeit war immer da. Ich kann nur das Angebot wiederholen, man kann immer zu mir kommen“, sagte Plieseis.

Insgesamt mussten dann noch sechs Positionen in Ausschüssen und Gremien nachbesetzt werden, die durch den Abgang frei wurden. „Diese sechs Positionen werden nun auf fünf Personen aufgeteilt, das hatte vorher alles Peter Pirchl übernommen. Man sieht also, mit welchem Einsatz er gearbeitet hat“, sagte Schroll. Lediglich die Position in der Bergbahn Westendorf wurde noch nicht vergeben.




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