Printausgabe der Tiroler Tageszeitung vom Di, 10.07.2018


Bezirk Imst

Land genehmigt Chalet-Widmung

Während in Jerzens nun die Planungen beginnen, hoffen die Gegner in Wenns auf eine Absage.

© PaschingerHier, am südlichen Ende der Hochzeiger-Talstation Liß, soll auf 10.000 m² ein Chaletdorf mit maximal 140 Betten entstehen.Foto: Paschinger



Von Alexander Paschinger

Jerzens, Wenns – Die Dörfe­r Jerzens und Wenns trennt nicht nur die Pitze – offensichtlich ist auch der Zugang in den beiden Pitztaler Gemeinden zum Thema Chalets ein anderer. Denn während sich im Wenner Ortsteil Bichl eine Bürgerinitiative gebildet hat, die nun auf den Kampf des Landes gegen Chalet-Wildwuchs baut, war und ist es rund um die Pläne in Jerzens ruhig. Im Gegenteil, dort herrscht offiziell Erleichterung, weil mittlerweile die Abteilung Raumordnung des Amtes der Landesregierung die Flächenwidmung zur Errichtung des Chaletdorfes Liß genehmigt hat.

„Ich sehe es positiv“, sagt Bürgermeister Karl Raich, „ein solches Chaletdorf in der Gemeinde lasse ich mir einleuchten – das ist gut für den Bettenmix in Jerzens.“ Hinter diesem Projekt stehen der Jerzner Skischulleiter und Obmann des TVB Pitztal, Rainer Schultes, sowie drei Partner aus dem Pitztal bzw. dem Bezirk Imst. Schultes zeigt sich ob der Entscheidung erfreut, der Bürgermeister wartet nun auf die Einreichpläne. „Die gehen wir jetzt an“, sagt Schultes. Rund 10.000 m² stehen für das Projekt zur Verfügung. Als Erstes wollen die Partner nun entscheiden, in welcher Kategorie das Chaletdorf entstehen soll. Angepeilt werden noch immer 100 bis 140 Betten, die auf 18 bis 22 Gebäude verteilt werden sollen, dazu soll es ein Haupthaus mit Rezeption und Restaurant sowie eine Tiefgarage geben.

Dem Jerzner Bürgermeister ist angesichts der tirolweiten Diskussion wichtig, dass keine Freizeitwohnsitze entstehen – „das wurde mir zugesichert“, so Raich. Es werde aber jedenfalls eine vertragliche Absicherung abgeschlossen, was Schultes bestätigt. Wobei Raich die Problematik mit Freizeitwohnsitzen über Chaletdörfer „eher im Umfeld des Tiroler Zentralraums“ verortet. „Wir im Pitztal haben eher das Problem der Abwanderung“, so der Planungsverbandschef des Tales.

Das sieht Werner Dobler von der Initiativgruppe Wenns-Bichl beim dortigen Projekt freilich anders. Dobler verweist nicht nur auf die drohende Gefahr von Zweitwohnsitzen, sondern kritisiert den enormen Grundstücksverbrauch und kann auch der ausländischen Investorenbeteiligung nichts abgewinnen.