Printausgabe der Tiroler Tageszeitung vom Mi, 11.07.2018


Bezirk Kufstein

Hochwassergefahr wird in Scheffau gebannt

Eine große Geschiebesperre schützt künftig Scheffauer Siedlungen vor dem Trattenbach. Sie ist zugleich auch für die Neutrassierung der B178 notwendig.

© Jasmine HrdinaBürgermeister Christian Tschugg vor der Baustelle am Trattenbach in Scheffau, wo eine große Geschiebesperre entsteht. Fotos: Hrdina



Von Wolfgang Otter

Scheffau a. W. K. – Die Baustelle am Trattenbach an der Straße zum Dorfzenturm von Scheffau hat für das kleine Dorf eine große Bedeutung. „Es geht zum einen um den Schutz für Anrainer“, erzählt Bürgermeister Christian Tschugg. In den vergangenen zwei Jahrzehnten habe es zwei äußerst prekäre Situationen für die Siedlungen gegeben, die an der L207 bzw. an der Mündung des Baches in die Weißache liegen. „Die Gefahr ist, dass die dann überschwemmt werden“, sagt Tschugg. Daher war es notwendig, mit einer mächtigen knapp sieben Meter hohen Geschiebesperre den Ort zu schützen. Laut Gebietsleiter Andreas Haas von der Wildbach- und Lawinenverbauung Unteres Inntal werden an die 20.000 Kubikmeter Geröll und Geschiebe durch die Sperre aufgefangen. Laut Tschugg achtet man auch auf den Schutz der Umwelt und Fischerei.

Auch wenn die Absicherung der Siedlungen vor den Umweltgefahren am wichtigsten sei, gibt es noch einen weiteren Aspekt: Die Sperre ist für die neue Trasse der B178 unbedingt notwendig, wie der Ortschef weiter ausführt. „Sie ist sogar eine grundlegende Voraussetzung“, streicht Tschugg hervor. Ohne Geschiebesperre keine Unterflurtasse. Dort, wo der Bach in die Ache mündet, soll auch die neue unterirdische Trasse der B178 verlaufen. „Es wäre derzeit geplant, dass die Unterführung am tiefsten liegt, darüber der Bach durch eine Verrohrung quert und dann ganz oben darauf die Fahrbahn der Gemeindestraße verläuft“, erzählt Tschugg. „Das setzt voraus, dass der Bach kein Geschiebe mitführt, denn falls es hier verklaust, läuft die Unterführung voll.“ Auch der Betreiber der TAL (Transalpine Ölleitung), die hier verläuft, habe ein Interesse an einer Absicherung des Baches. Rund zwei Millionen Euro seien veranschlagt, den Löwenanteil übernehmen Bund und Land. 370.000 Euro übernimmt Scheffau. Laut Haas ist mit der Fertigstellung im kommenden Jahr zu rechnen. Auch das Projekt B178 neu wird vorangetrieben. Derzeit laufen die Gespräche zur Grundablöse, „überraschend positiv“, freut sich Tschugg. 16 Millionen Euro soll der Neubau kosten, eine Million davon trägt die Gemeide. Baubeginn ist eventuell im Frühjahr 2020.