Printausgabe der Tiroler Tageszeitung vom Do, 12.07.2018


Innsbruck

Golfplatzerweiterung in Igls hängt in der Luft

Ohne örtliches Raumordnungskonzept kein Golfausbau. Eine Mehrheit im Gemeinderat ist ohnedies fraglich, BM Willi spricht sich dagegen aus.

© KirstenDer Golfplatz in Igls soll von neun Löchern auf 18 erweitert werden.Foto: Kristen



Von Denise Daum

Igls – Beim Golfen gehen Schnellschüsse meist nicht in die richtige Richtung. Der Golfsport erfordert Konzentration und Geduld. In Geduld muss sich auch Arthur Bellutt­i, Betreiber des Golfplatzes in Igls, üben. Seit Jahren ist ein Ausbau auf 18 Loch geplant. Einige Hürden wurden schon genommen: Mit den Grundbesitzern hat Bellutti sich geeinigt, darunter die Agrargemeinschaft Igls. Auch das Land hat die raumordnerische Voraussetzung geschaffen. Nun heißt es warten auf das örtliche Raumordnungskonzept (Öroko). Das ist in Innsbruck bekanntlich ein schwieriger Fall. Seit sechs Jahren harrt es einer Neuauflage. Im Herbst-Gemeinderat soll nun aber die zweite Auflage beschlossen werden. Geht alles glatt, wird es im Frühjahr 2019 rechtskräftig. Dann wird es ernst: Der Gemeinderat hat über die Widmung für die Erweiterung abzustimmen.

Arthur Bellutti erklärt, dass sich an seinen Ausbauplänen nichts geändert hat: „Ich stehe Gewehr bei Fuß und habe alles getan, was ich dazu beitragen kann.“ Vorgesehen ist eine knapp fünf Hektar große Erweiterung nördlich und östlich des bestehenden Platzes, das Investitionsvolumen liegt bei 1,5 Millionen Euro. Den Bedarf für einen 18-Loch-Platz sieht Bellutti gegeben, trotz der in unmittelbarer Nähe befindlichen Golfplätze in Rinn und Lans. „Wir haben stets steigende Mitgliederzahlen. Der große Vorteil bei uns ist, dass wir einen Kurzplatz haben. Das ist gerade im Großraum Innsbruck sehr gefragt“, erklärt Bellutti.

Bürgermeister Georg Willi (Grüne) erteilt den Ausbauplänen jedenfalls eine Absage. „Ich habe nichts gegen Golfplätze. Wir haben aber eine extreme Konkurrenz rund um Grund und Boden. In Igls erscheint mir der Erhalt des Naherholungsraums wichtiger als eine Golfplatzerweiterung.“ Die Grünen werden demnach einer Umwidmung nicht zustimmen.

Sehr kritisch sieht den Ausbau die SPÖ. „Rund um und in Innsbruck haben wir rund 70 Hektar Golffläche, gleichzeitig fehlt es an Flächen für den sozialen Wohnbau“, zeigt die stellvertretende Klubobfrau Irene Heisz auf.

Für einen Ausbau sprechen sich hingegen FPÖ, ÖVP und Für Innsbruck (FI) aus. Der für Tourismus zuständige Vizebürgermeister Franz Gruber (ÖVP) sieht im Mittelgebirge dringenden Handlungsbedarf. „Wir dürfen den Tourismus dort nicht sterben lassen. Das Totenglöckerl hört man schon läuten.“ Gruber sieht einen 18-Loch-Platz zudem als wichtiges Angebot für Einheimische. Und: „Auch aus land- und forstwirtschaftlicher Sicht spricht nichts dagegen.“

Auch FI begrüßt den Ausbau laut Klubobmann Lucas Krackl sehr. FPÖ-Stadtparteiobmann Rudi Federspiel erklärt, dass er sehr positiv eingestellt sei. „Der Ausbau muss aber in Einklang mit Reit- und Spazierwegen erfolgen“, sagt Federspiel, der Vizepräsident des benachbarten Reitclubs ist.




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