Printausgabe der Tiroler Tageszeitung vom Fr, 27.07.2018


Bezirk Kitzbühel

Winkler verärgert über NEOS

Kitzbühels Bürgermeister wehrt sich gegen die Kritik wegen der Siedlungspolitik in der Stadt. Es wurde und wird viel gebaut.

© ObermoserBürgermeister Klaus Winkler: „Ich lade den Abgeordneten Oberhofer gerne nach Kitzbühel zu einer Lehrstunde über sozialen Wohnbau ein.“



Von Harald Angerer

Kitzbühel – Im Rahmen einer Pressekonferenz forderte NEOS-Klubobmann LA Dominik Oberhofer eine Besteuerung der Freizeitwohnsitze, welche dann den Gemeinden zugutekommen sollte. Dadurch wären die Gemeinden motivierter, die Kontrollen durchzuführen und mehr für den Einheimischen-Wohnbau zu unternehmen, glaubt Oberhofer und nannte hier auch Kitzbühel als Beispiel, die TT berichtete.

Diese Kritik der NEOS, dass in Kitzbühel in dem Bereich zu wenig getan wird, lässt Bürgermeister Klaus Winkler nicht auf sich sitzen. Er bezeichnet die Aussagen Oberhofers als „unqualifiziert“. „Der Herr Abgeordnete läuft offensichtlich blind durch den Ort, wenn er Kitzbühel aufsucht. Er übersieht gänzlich, wie viel Wohnraum wir in Kitzbühel für die Einheimischen geschaffen haben“, sagt Winkler. Er zählt auf, dass in den vergangenen neun Jahren 380 Häuser, Reihenhäuser und Wohnungen zu leistbaren Preisen für Kitzbüheler Familien errichtet wurden. Mit den 5-Euro-Wohnungen habe man sogar ein tirolweit beachtetes Projekt umsetzen können. „Ich lade den Abgeordneten Oberhofer gerne nach Kitzbühel zu einer Lehrstunde über sozialen Wohnbau ein“, bietet Winkler an.

Initiativen zur Bekämpfung der illegalen Freizeitwohnsitze begrüßt Winkler: „Die Grundlage dafür muss aber vom Land Tirol geschaffen werden. Bisher haben wir Gemeinden nur zahnlose Instrumente zur Verfügung, mit denen man gegen diese Problematik nichts machen kann.“ Die derzeitige Lage beruhe nur auf freiwillige­r Basis der Wohnungsbesitzer. „So naiv darf man nicht sein, zu glauben, dass jemand freiwillig Steuern zahlt“, betont Winkler. Entsprechende Lösungen, die zu Steuereinnahmen für die Gemeinden führen, seien aber natürlich zu begrüßen. „Vom Landespolitiker Oberhofer erwarte ich mir daher klare und vor allem umsetzbare gesetzliche Regelungen und nicht nur leere Worthülsen“, sagt Winkler.




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