Printausgabe der Tiroler Tageszeitung vom Di, 31.07.2018


Bezirk Kitzbühel

Bewegung rund um die „Residenz Goldener Löwe“

Wegen Anrainer-Einsprüchen wurde der Baubescheid für das Wohnprojekt in St. Johann mit mehr als einem Jahr Verspätung erlassen.

© Michael MaderSeit dem Jahr 2016 klafft mitten in St. Johann ein riesiges Loch. Hier stand einst das Hotel Goldener Löwe, jetzt sollen hier ca. 77 Wohnungen sowie Geschäftsflächen entstehen.Foto: Mader



Von Michael Mader

St. Johann i. T. – Seit vielen Jahren stand das Hotel Goldener Löwe in der St. Johanner Speckbacherstraße leer und wurde mehr und mehr zum Schandfleck in der Marktgemeinde.

Zuvor hatte das 1969 erbaute Hotel mehrmals den Besitzer gewechselt. Unter anderem kaufte im Jahr 2000 ein Kirchberger Hotelier den Dreisternebetrieb, ehe Irina Batlatka den „Goldenen Löwen“ im Jahr 2007 erwarb und später einen großen Mehrheitsanteil an den Ukrainer Anatoli Dolesko verkaufte. Schließlich kaufte 2013 die Victus AG das Hotel und wollte daraus eine Seniorenresidenz machen.

Doch fast drei Jahre lang passierte nichts, ehe im Jahre 2016 die Residenz Goldener Löwe GmbH als neuer Besitzer auftaucht. Die Geschäftsführer Jan-Baldem Mennicken (von Trapp Investment Partners GmbH & Co KG mit Sitz in Volders) und Wolfgang Mantl aus Kitzbühel präsentierten im Oktober 2016 die Pläne für eine Wohnresidenz mit ca. 77 Wohnungen sowie Geschäftsflächen.

Als Baustart wurde dabei das Frühjahr 2017 ins Auge gefasst, bis Ende 2018 sollten die Baumaßnahmen bereits wieder abgeschlossen sein. Der Goldene Löwe wurde zwar umgehend abgerissen, noch klafft an seiner Stelle aber immer noch ein riesiges Bauloch. Hintergrund für die zeitliche Verzögerung sind laut Bauamt der Marktgemeinde Einsprüche von Nachbarn.

Doch jetzt kommt Bewegung in das Projekt, das laut Prospekt Anlegern bei einer Netto-Miete von 13 Euro pro Quadratmeter Ausgangsrenditen zwischen drei und vier Prozent verspricht. Der Bebauungsplan für die rund 3500 Quadratmeter große Fläche ist bereits rechtskräftig, jetzt wurde der Baubescheid erlassen. Allerdings rechnet man in der Marktgemeinde erneut mit Einsprüchen, mit denen sich dann das Landesverwaltungsgericht befassen müsste.

Unumstritten war das Projekt aber auch im Gemeinderat nicht: Damals war hauptsächlich von Eigentumswohnungen mit einer Größe zwischen 55 und 80 Quadratmetern zu einem Quadratmeterpreis von ca. 4000 Euro die Rede.

Die FPÖ sprach deshalb von einem reinen Spekulationsobjekt und forderte ebenso wie die „Soziale Liste Bernhofer/Wallner“ günstigeren Wohnraum für St. Johann. Den sollte es laut den Projektverantwortlichen auch geben. Geschäftsführer Wolfgang Mantl wollte aber aktuell gegenüber der Tiroler Tageszeitung keine Stellungnahme zum Projekt abgeben.


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