Printausgabe der Tiroler Tageszeitung vom Di, 31.07.2018


Innsbruck-Land

Schulzentrum in Hall eröffnet mit Verspätung

Wegen Bauverzögerungen und schwieriger Ausschreibungen kann das „Schulzentrum Hall in Tirol“ erst nach den Herbstferien bezogen werden.

© DomanigDas neue Haller Schulzentrum wird erst im November bezogen.Foto: Domanig



Hall – Eigentlich hätte das neue „Schulzentrum Hall in Tirol“ – in dem die Neuen Mittelschulen Europa und Schönegg sowie die Sonderschule am Rosenhof zusammengeführt werden – mit Schulbeginn am 5. September seinen Betrieb aufnehmen sollen. Doch mittlerweile ist klar, dass dieser Termin nicht zu halten ist. Geplant sei nun, dass der Neubau in der Thurnfeldgasse nach den Herbstferien, also im November, „bezugsfertig ist“, erklärt BM Eva Posch (VP). Auch die schulische Nachmittagsbetreuung kann dort natürlich erst nach der Fertigstellung starten.

Vize-BM Werner Nuding (VP), Obmann des Raumordnungs- und Schulzentrum-Ausschusses, nennt die Gründe für die Verschiebung: Zum einen habe es, wie berichtet, Bauverzögerungen gegeben – u. a. durch glaziales „Toteis“, das im Schotterkegel Hohlräume hinterlassen hatte. Insgesamt 38 Arbeitstage seien verloren gegangen. „Das hätten wir durch Riesendruck eventuell noch aufgeholt“, sagt Nuding – bei den fixen Einbaumöbeln gab es dann aber erneut Verzögerungen. Denn zunächst seien hier bei der Ausschreibung keine Offerte eingegangen. „Wir haben dann nochmals aktiv 50 Tischlereien angeschrieben“, so Nuding – am Ende erhielt man doch noch zwei Angebote, der Zuschlag wurde erst letzte Woche im Stadtrat erteilt.

Auch Direktoren und Lehrer seien letztlich „froh“, dass die Übersiedlung nun nicht unter so großem Zeitdruck erfolgen muss, sagt Nuding.

Die anderen Gemeinderatsfraktionen zeigen großteils Verständnis: Bei Baustellen dieser Dimension könne es immer zu Verzögerungen kommen, meinen die Stadträte Karl Faserl (FPÖ) und Gerhard Mimm (SPÖ) unisono, das Schulzentrum etwas später zu beziehen, sei kein großes Problem. „Natürlich hätten wir es alle bevorzugt, wenn die Schule wie geplant eröffnen könnte“, betont StR Barbara Schramm-Skoficz (Grüne). „Mir ist eine gute Ausführung und moderne Ausstattung aber lieber als eine Husch-Pfusch-Aktion.“

Für Vize-BM Wolfgang Tscherner (Für Hall) ist hingegen unverständlich, „dass wir Hunderttausende Euro für Architekten, örtliche Bauleitung und Projektsteuerung ausgeben – und es trotzdem nicht gelingt, das Projekt zeitgerecht abzuwickeln“.

Was die Kosten des Großbaus angeht, hat der Gemeinderat schon im April mit Mehrheit zur Kenntnis genommen, dass zum „Deckel“ von 16,5 Mio. Euro u. a. Steigerungen beim Baukostenindex hinzukommen werden. Die konkrete Darlehensaufnahme werde erst erfolgen, sobald alle Schlussrechnungen vorliegen, so Posch. Um Aufträge wie jene für die Möbel überhaupt erteilen zu können, beschloss der Gemeinderat im Juli, übergangsmäßig eine Mio. Euro aus städtischen Rücklagen zur Verfügung zu stellen. (md)