Printausgabe der Tiroler Tageszeitung vom Mi, 01.08.2018


Bezirk Kitzbühel

Kitzbühel macht nun Ernst bei der Leinenpflicht

Freilaufende Hunde und Hundekot in den Wiesen sollen der Vergangenheit angehören. Nun setzt die Stadt auf Strafen.

© thomas boehm(Symbolfoto)



Von Harald Angerer

Kitzbühel – Ein Reizthema, welches schon seit Jahren die Gemeinden und Städte nicht nur im Bezirk beschäftigt, sind freilaufende Hunde und auch der Hundekot in den Wiesen. In Kitzbühel hat man seit 2010 mit einer Verordnung versucht, die Hundebesitzer vor allem zu informieren und zu sensibilisieren. Doch der Erfolg stellte sich nicht ein, deshalb greift die Stadt nun zu schärferen Mitteln. „Die Einlernphase ist nun vorbei, Kontrollen werden verstärkt“, sagt Peter Burgmann, Chef der Stadtpolizei in Kitzbühel.

Aber nicht nur die Kontrollen werden verstärkt, sie werden auch verschärft, denn: „Uneinsichtige müssen nun mit Anzeigen rechnen“, sagt Burgmann weiter. Es gebe einfach einen gewissen Anteil an Hundebesitzern, die sich nicht an die Verordnung halten. „Eine Organstrafe ist aber nicht möglich, deshalb wird es Anzeigen geben“, sagt Burgmann. Hier habe man die Vorgangsweise bereits mit der Bezirkshauptmannschaft abgesprochen.

Verstärkt kontrolliert wird vor allem an den „Hotspots“, also im Bereich Schwarzsee und in der Kitzbüheler Innenstadt. Wobei die Kontrollen am Schwarzsee von der Bergwacht durchgeführt werden, in der Innenstadt übernimmt die Kontrollen die Stadtpolizei selbst. Die Bezirkshauptmannschaft wickelt das Ganze über eine Strafverfügung ab, die Strafe dafür beginnt bei 70 Euro. Wird ein Hundebesitzer öfter gestraft, erhöht sich dann auch die Strafe. Solche Strafen wegen der Nichteinhaltung der Leinenpflicht gebe es im Bezirk öfters, wie Franz Überall von der BH Kitzbühel weiß. Doch diese entstehen nahezu nie aus Anzeigen, sondern fallen an, wenn es zum Beispiel einen Hundebiss gibt und dabei auch auffällt, dass es eine Leinenpflicht gegeben hätte.

Burgmann hofft, durch die Strafen die Situation zu verbessern. Es gebe sehr vorbildliche Hundebesitzer, aber eben auch schwarze Schafe, wie er betont. Auffällig sei auch, dass sich die Urlaubsgäste eher an die Leinenpflicht halten, Einheimische und Zweitwohnsitzler eher weniger.


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