Printausgabe der Tiroler Tageszeitung vom Do, 02.08.2018


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Massive Kritik an der Sport-Gesellschaft

Landesrechnungshof übt nicht nur Kritik an Finanzierung von Sport-Groß­veranstaltungen, sondern fordert auch von den Dachverbänden Transparenz.

© APA/GindlRund 28 Millionen Euro werden in die Sportinfrastruktur für die Nordische WM in Seefeld investiert.



Innsbruck – „Es ist das immer gleiche, ärgerliche Bild, das der Landesrechnungshof über die Organisatoren von Sportgroßveranstaltungen in Tirol zeichnet. In sämtlichen Sport-Großveranstaltungen, wie Rad-WM oder Nordische WM in Seefeld, steckt überwiegend öffentliches Geld drin“, ärgert sich LA Markus Sint von der Liste Fritz. Man sage Ja zum Sport, aber Nein zu Mega-Events mit Megakosten. Viele Sportvereine würden hingegen über mangelnde Infrastruktur stöhnen. Dazu Sint: „Wir haben ÖVP und Grüne erfolglos aufgefordert, den Amateur- und Profivereinen in Tirol nachhaltig unter die Arme zu greifen, die Kosten für die Infrastruktur zu erheben und letztlich für eine verbesserte und kostenlose Infrastruktur zu sorgen.“

Die Kritik des Landesrechnungshofs ist für SPÖ-Sportsprecher Benedikt Lentsch ein klarer Auftrag. „Die Durchführung von Großveranstaltungen sollte von Beginn an finanziell durchdacht sein. Hier muss das Land mit mehr Weitblick agieren, andernfalls werden zu guter Letzt die Steuerzahler zur Kasse gebeten. Das darf nicht passieren.“ Nach einer holprigen Vorbereitung könne sich die Innsbruck-Tirol Sports GmbH nun durch eine exzellente Durchführung der Rad-WM auszeichnen.

NEOS-Klubobmann Dominik Oberhofer zielt in diesem Zusammenhang auf eine Strukturreform der Innsbruck-Tirol Sports GmbH: „Im Land müssen jetzt die Alarmglocken läuten ob der Tatsache, dass die eigens geschaffenen Strukturen nicht erfolgreich sind.“ Diese Gesellschaft beweise nun mehrfach, dass sie nicht fähig sei, die Finanzierung und Kostenschätzung solcher Sport-Großereignisse abzuwickeln. (TT)

Dominik Oberhofer (NEOS) stellt die ITS in Frage.
- Thomas Boehm / TT

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