Printausgabe der Tiroler Tageszeitung vom Do, 02.08.2018


Innsbruck-Land

Baubeginn für Almdorf in Steinach

Die ersten fünf Häuser sollen Weihnachten in Be­trieb gehen. Der Almdorf-Chef ver­spricht zumindest 2 Mio. Euro Wertschöpfung.

© DaumBM Josef Hautz (l.) und GF Johannes Arneth (Almdorf Bauträger GmbH) beim Spatenstich. Ein Musterhaus steht bereits seit Längerem.Foto: Daum



Von Denise Daum

Steinach a. Br. – Was lange währt, soll endlich gut werden. Nach einem vorübergehenden Baustopp aufgrund eines Einspruchs des Landesumweltanwalts fand gestern nun der offizielle Baubeginn für das Almdorf in Steinach am Brenner statt. Wie berichtet, hat man sich mit dem Landesumweltanwalt auf Ausgleichsflächen geeinigt – der Baugrund für die Ferienhäuser befindet sich nämlich in einem Feuchtgebiet.

Beim offiziellen Spatenstich gestern Nachmittag erklärte Steinachs Bürgermeister Josef Hautz, der von Anfang an ein großer Befürworter des Projekts war, dass Chaletdörfer nicht unumstritten seien. „Derzeit schießen diese ja wie Schwammerln aus dem Boden. Ich sehe das durchaus kritisch und es gibt Negativbeispiele, wo der Flächenverbrauch nicht gerechtfertigt ist.“ Steinach allerdings sei ein Positivbeispiel, es bestehe kein Interessenkonflikt mit dem Wohnbau. Der Grund unterhalb der Autobahnbrücke sei schon seit vielen Jahren für touristische Zwecke vorgesehen. „Bei uns ging es in der Vergangenheit mit dem Tourismus nur bergab. Wir brauchen dringend neue Betten“, betont Hautz.

Johannes Arneth, Geschäftsführer der ausführenden Almdorf Bauträger GmbH, geht „aufgrund unserer Erfahrungen in anderen Projekten schon jetzt von einer direkt messbaren Wertschöpfung von mehr als zwei Millionen Euro pro Jahr für die vorhandene Infrastruktur“ aus. Hauptprofiteure seien neben der in der Nachbarschaft befindlichen Bergeralm die örtliche Gastronomie, Geschäfte und die gesamte touristische Infrastruktur.

Arneth verspricht, dass bis Weihnachten zumindest fünf Objekte in Betrieb gehen werden. Dafür laufe auch schon die Vermietung. Bis dahin soll auch das bestehende Gebäude (bekannt unter dem Namen „Vogelnest“) zum Verwaltungs- und Gastronomiegebäude umgebaut werden. Im Endausbau sind rund 20 Ferienhäuser vorgesehen.


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