Printausgabe der Tiroler Tageszeitung vom Do, 02.08.2018


Innsbruck

„Stadt tut alles, um Abrisse zu verhindern“

In St. Nikolaus wird viel gebaut, saniert und abgerissen.

© Elena Reinthaler / TTIn St. Nikolaus wird viel gebaut, saniert und abgerissen.Foto: Reinthaler



Innsbruck – Die Kritik von FPÖ-Stadtparteiobmann Rudi Federspiel rund um die Abrisse in St. Nikolaus will der ehemalige Planungsstadtrat und nunmehrige Gemeinderat Gerhard Fritz (Grüne) nicht auf sich sitzen lassen. Wie berichtet, schob Federspiel den Grünen, im Speziellen Gerhard Fritz, den Schwarzen Peter bei den Abbrüchen historischer Gebäude im ältesten Stadtteil Innsbrucks zu.

„Der R.F. (Rudi Federspiel, Anm.) ist echt putzig. Die Stadtplanung tat und tut selbstverständlich alles in ihrer Macht Stehende, um Abrisse von alten Bauten zu verhindern. Aber nach derzeitiger Rechtsprechung ist ein Abbruch ohne weiteres Verfahren entgegenzunehmen. Das gilt auch für Schutzzonen“, betont Fritz. Es gebe nur zwei Ausnahmen: Wenn das abzureißende Gebäude zum charakteristischen Gebäude erklärt wird – das sei allerdings ein schwieriges, aufwändiges Verfahren und man müsse sich bei jedem Einzelfall auf einen Gutachterstreit einstellen. Oder wenn einem Gebäude ein besonderes landeskundliches Interesse nachgewiesen wird. „Wenn beispielsweise der Andreas Hofer wo gewohnt hat, kann das Haus nicht abgerissen werden“, erläutert Fritz. Die Stadt Innsbruck bemühe sich schon seit Jahren, die Gesetzgebung dahingehend zu ändern, dass Abbrüche ein Verfahren brauchen. „Das scheiterte bislang aber am Land Tirol.“

Bei der Stadt Innsbruck werden laut Auskunft von Gerhard Fritz derzeit Mitarbeiter als Gutachter ausgebildet, damit in Zukunft Gutachten für charakteristische Gebäude kostengünstiger erstellt werden können. (dd)


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