Printausgabe der Tiroler Tageszeitung vom Fr, 03.08.2018


Innsbruck

Frauenverein muss Beratung zurückfahren

Aufgrund von Subventionskürzungen muss der AEP in Innsbruck die Stunden für die Familienberatung einschränken. Dabei wäre die Nachfrage groß.

© ZanolinDem Arbeitskreis Emanzipation und Partnerschaft werden Subventionen gekürzt. Das trifft u. a. auch die Frauenbibliothek.Foto: AEP/Zanolin



Von Denise Daum

Innsbruck – Gleich doppelt treffen den Arbeitskreis Emanzipation und Partnerschaft (AEP) in Innsbruck die Kürzungen des Familienministeriums. Mit 2000 Euro weniger muss die Familienberatungsstelle auskommen. Der Frauenbibliothek fehlen 1800 Euro. Auf den ersten Blick sind das vielleicht keine hohen Summen. Für einen kleinen Verein sei das aber verheerend, wie Monik­a Jarosch, Obfrau des AEP, erklärt: Zum einen muss die Fraueneinrichtung nun die Stunden der Familienberatung kürzen. Das sei besonders bitter, weil bereits jetzt die Nachfrage nicht gedeckt werden kann. „Wir machen keinerlei Werbung für unsere Beratungsstelle, trotzdem gibt es eine Warteliste“, erklärt Jarosch. Die Beraterinnen, allesamt ausgebildete Therapeutinnen, bekämen ohnehin weit unter Marktwert gezahlt.

Die Kürzungen in der Höhe von 1800 Euro für die Frauenbibliothek bedeuten, dass die Kulturveranstaltungen eingeschränkt werden müssen. „Wir können unserem Bildungs- und Kulturauftrag nicht mehr in dem bisherigen Maß nachkommen“, bedauert Jarosch.

Besonders „schlimm“ sind für Jarosch nicht nur die Kürzungen, sondern auch die Kommunikation. „Die Kürzung der Familienberatungsstelle wurde überfallsartig, ohne vorherige Ankündigung vorgenommen.“

Neben dem AEP ist, wie berichtet, auch das Autonome Frauen-Lesben-Zentrum (AFLZ) in Innsbruck von den Kürzungen des Familienministeriums betroffen. Das AFLZ ist durch die Streichung des Bundes von 5000 Euro sogar in seiner Existenz bedroht. „Mit den Kürzungen soll jahrzehntelange Arbeit von Frauenorganisationen zunichtegemacht werden und die Errungenschaften der Frauenpolitik, die es gibt, wieder rückgängig gemacht werden“, resümiert Monika Jarosch.


Mehr Artikel aus dieser Kategorie

Südtirol-Wahl 2018
Südtirol-Wahl 2018

So hat Südtirol gewählt: SVP-Verluste, Debakel und Überraschungen

Die Südtiroler Landtagswahlen sind geschlagen und die SVP fällt auf einen neuen Tiefststand. Die Lega Nord und das Team Köllensperger sind die großen Sieger. ...

Südtirol-Wahl 2018
Südtirol-Wahl 2018

Zufriedenheit, Frust und Jubel: Die Reaktionen zur Südtirol-Wahl

Nach der Landtagswahl in Südtirol zeigte sich Landeshauptmann Kompatscher trotz der Verluste mit dem Ergebnis zufrieden. Während das Team Köllensperger und d ...

Exklusiv
Exklusiv

112.600 Tiroler gefährdet: Armut und ihre Folgen greifen um sich

Knapp jede siebte Person in Tirol ist von Armut bedroht. Im Schnitt steht ihnen nur ein Haushaltseinkommen von 10.728 Euro im Jahr zur Verfügung. Knapp 15 Pr ...

Exklusiv
Exklusiv

Tiroler Privatklinik Medalp kritisiert Regierung

Privatkrankenanstaltenfonds: Bevorzugung von Wiener Privatklinik verstößt gegen den Gleichheitsgrundsatz.

Bezirk Kufstein
Bezirk Kufstein

Streit um Kindergartengebühr in Thiersee: Land prüft

Die Abteilung Bildung des Landes prüft, ob die Erhöhung der Kindergartengebühr in Thiersee in dieser Form angemessen war.

Weitere Artikel aus der Kategorie »