Printausgabe der Tiroler Tageszeitung vom Sa, 04.08.2018


Innsbruck

FPÖ sieht in den Grünen „Zubetonierer“

Die FPÖ sorgt sich um die Grünflächen in Innsbruck, BM Willi verweist auf den Wohnraumbedarf und verspricht sorg­samen Umgang mit Grund und Boden.

© De Moor / TTBürgermeister Georg Willi (Grüne).



Von Denise Daum

Innsbruck – Von wegen Sommerloch. Das Örtliche Raumordnungskonzept (Öroko) ist derzeit ein heißes Thema in der Landeshauptstadt. Vor Kurzem hat eine Arbeitsgruppe rund um die Neuauflage des Öroko mit Vertretern von Grünen, Für Innsbruck, FPÖ und ÖVP sowie der Stadtplanung stattgefunden.

Für die FPÖ waren Evelyn Achhorner und Max Kurz dabei. Vom Ergebnis der Klausur zeigen sich die beiden entsetzt. Viel zu viele Flächen seien für sozialen Wohnbau vorgesehen. „Unter den Grünen werden so viele Grünflächen verbaut wie noch nie. Ich verstehe die Welt nicht mehr“, erklärt Achhorner. Sie stellt sich die Frage, für wen die Stadt baue. „Innsbruck selbst hat null Bevölkerungswachstum. Wir wachsen nur wegen des Zuzugs. Der Großteil der Wohnungen geht ohnehin an Ausländer.“

Für Max Kurz war die Klausur „reine Zeitverschwendung, weil sowieso alles gemacht wird, wie es die Stadtplanung vorbereitet hat. Und die politische Linke unterstützt das dann auch noch. Es ist nur mehr der soziale Wohnbau von Bedeutung.“

Bürgermeister Georg Willi (Grüne) zeigt sich irritiert ob dieser Kritik. Bei der Klausur sei diese nicht vorgebracht worden. Ganz im Gegenteil: „Sowohl Kurz als auch Achhorner haben konstruktiv in der Arbeitsgruppe mitgearbeitet und fast jedem Punkt zugestimmt“, sagt Willi. Zu dem Vorwurf des „Zubetonierens“ erklärt Willi, dass „wir versuchen, so viele Grünflächen wie möglich zu erhalten. Aber wir sind eine wachsende Stadt und müssen nun mal Flächen für Wohnungen verbauen – so leid es mir auch tut.“ Wohnen müsse auch in Innsbruck leistbar sein. Willi versichert, dass die Grünen sehr sorgsam mit Grund und Boden umgehen.

Beim Thema Zuzug aus dem Ausland kann Willi nur lächeln: „Die Freiheitlichen sollen sich eine EU-rechtskonforme Bestimmung überlegen, um den Zuzug zu regulieren. Dann diskutieren wir weiter.“