Printausgabe der Tiroler Tageszeitung vom Mi, 08.08.2018


Innsbruck

Startschuss für Arbeiten zur Rad-WM

Die Maßnahmen stoßen zum Teil auf Unverständnis.

© Julia HammerleRund um das Eisstadion wird die Grünfläche adaptiert, damit während der Rad-WM die Stars freie Bahn haben.Foto: Julia Hammerle



Innsbruck – Die Rad-WM wirft ihre Schatten voraus – den Bauarbeitern nützt das aber nichts. Sie werden in den kommenden Tagen und Wochen ordentlich schwitzen, schließlich müssen für die Großveranstaltung Ende September mehrere Verkehrsinseln und Straßenmarkierungen abgetragen werden. Mit den ersten Arbeiten wurde Anfang der Woche begonnen – nach der WM wird wieder großteils zurückgebaut. Doch nicht überall stoßen die Maßnahmen auf Verständnis.

„Warum müssen diese Adaptierungen gemacht werden, wenn es bei der Tour de France so etwas nie gibt?“, fragt etwa GR Gerald Depaoli (Gerechtes Innsbruck). Er sagt mit Blick auf den Grünstreifen beim Eisstadion, der ebenfalls temporär adaptiert wird: „Ich glaube, viele dieser Maßnahmen wären nicht notwendig gewesen.“

Das sieht man bei den Veranstaltern naturgemäß anders. Und verweist auf Vorgaben des Weltradsportverbandes und auf die Sicherheitsthematik. Geschäftsführer Andreas Klingler verweist darauf, dass „hier eben nicht nur die absoluten Profis unterwegs sind“, sondern eben auch Nachwuchsfahrer und Athleten, die „es nicht gewohnt sind, in einem großen Feld zu fahren und mit über 60 km/h an so eine Stelle zu kommen“. Dies sei der große Unterschied zwischen einer Tour-de-France-Etappe und einer Weltmeisterschaft. Daneben hätte auch die Gefahr bestanden, dass sich abgehängte Fahrer und das Spitzenfeld begegnen. Klingler: „Außerdem kommen nicht nur Radfahrer, sondern auch Fahrzeuge daher.“

Man baue nichts ab oder um, das nicht absolut unbedingt notwendig sei, erklärt Klingler. Die unterschiedlichen Strecken werden laufend beobachtet. Kleine Ausbesserungen für Schlaglöcher stehen noch an. Durch die Hitze gab es bisher keine Probleme.

Die für den Tiefbau zuständige StR Uschi Schwarzl (Grüne) hat mit der Maßnahme bei der Olympiahalle jetzt nach eigener Aussage „keine große Freude“. Andererseits sei die Grünanlage keine hochwertige und man habe schon bei der Bepflanzung im Frühjahr darauf geschaut, dass die Anlage im Herbst gebraucht werde. „Dass man an die Planung von Sportgroßereignissen künftig anders herangehen wird müssen, das pfeifen die Spatzen eh überall schon von den Dächern.“ (mw)




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