Printausgabe der Tiroler Tageszeitung vom Mo, 13.08.2018


Innsbruck

Verbote für Onay keine Lösung



Innsbruck – Anrainer des Z6, der Teestube und der Mentl­villa beklagten zuletzt immer wieder und lautstark die Lärmbelästigung, Verunreinigungen und auch ein Gefühl der Unsicherheit im Umfeld der Einrichtungen. Für den Innsbrucker GR Mesut Onay (ALI) ist „eine immer mehr um sich greifende Verbotspolitik hier aber keine Lösung“.

Bereits in der vergangenen Legislaturperiode habe die Gemeinderatsmehrheit der Stadt eine Vertreibungspolitik durch Alkohol-, Schlaf- und Bettelverbote betrieben. Das touristische Zentrum der Stadt solle, so erklärt Onay in einer Aussendung, offenbar einer Postkartenidylle entsprechen. „Die Vorgehensweise förderte letztlich das Entstehen sozialer Hotspots in Wohngebieten. Es braucht endlich eine fortschrittliche Sozialpolitik, die mit sozialen Hotspots intelligent und gemäß modernen Konzepten umgeht, anstatt Schritt für Schritt Innsbruck gänzlich zur Verbotszone zu erklären.“

Für den Mandatar darf diese Lösung keinesfalls ein weiteres Abdrängen von sozial belasteten Menschen sein. Onay fordert strukturelle Vermittlungsinstanzen und auch bauliche Maßnahmen. Irene Labner, ALI-Aktivistin und Pflegerin in der Wohnungslosenhilfe, hält in einer Aussendung fest: „Für Drogen- und Alkoholkranke benötigt es Konsumräume. Eine Expertise des Ludwig-Boltzmann- Institutes in Wien untermauert den großen gesundheits- und sozialpolitischen Nutzen solcher Einrichtungen, daher sollten wir uns auch in Innsbruck endlich des Themas annehmen.“ (TT)


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