Printausgabe der Tiroler Tageszeitung vom Di, 04.09.2018


EXKLUSIV

Lans plant ein neues Ärztehaus

Allgemeinmediziner, Facharzt, Physiotherapie sollen in Lans Platz finden. Noch ist der Bürgermeister auf Standortsuche.



Von Denise Daum

Lans — Große Pläne rund um die ärztliche Versorgung in seiner Gemeinde hat Bürgermeister Benedikt Erhard. Der in Lans ansässige Sprengelarzt Franz Härting geht zwar erst in einigen Jahren in Pension, seine Nachfolge möchte man aber trotzdem so schnell wie möglich regeln. Denn Nachbesetzungen von Hausarztstellen seien am Land ja erfahrungsgemäß nicht immer einfach, wie der Bürgermeister sagt. Es brauche hier ein Umdenken. „Die Allgemeinmedizin scheint vor allem weiblich zu sein. Frauen haben oftmals eine etwas andere Lebensplanung." Das Bild des Hausarztes, der mehr oder weniger rund um die Uhr zur Verfügung steht, sei nicht mehr zeitgerecht. „Deshalb brauchen wir eine Ordination, in der zwei Ärztinnen oder Ärzte arbeiten können", erklärt Erhard.

Zudem möchte der Bürgermeister einen Kinderarzt nach Lans holen, „damit die Eltern nicht für jede Mutter-Kind-Pass-Untersuchung in die Stadt müssen". Auch gebe es in der Gemeinde Anfragen von Physiotherapeuten, die Räume in Lans suchen. Fasst man das alles zusammen, ergibt sich ein Ärzte- bzw. Gesundheitszentrum.

Die Gemeinde ist seit einiger Zeit auf der Suche nach einem geeigneten Standort für das geplante Ärztehaus und hat dafür unter anderem den zum Verkauf stehenden „Nusserhof" im Visier. Es gebe bereits eine auf das Gebäude zugeschnittene Lösung. Die Gemeinde hat sogar selbst ein Kauf­angebot gestellt, dürfte aber wohl nicht zum Zug kommen. „Das pfeifen die Spatzen von den Dächern. Offiziell haben wir noch keine Absage erhalten", sagt Erhard. Die Gemeinde hat 700.000 Euro für das leerstehende Gebäude im Zentrum geboten. „Wir lagen damit deutlich unter den anderen Geboten." Der Bürgermeister ist aber zuversichtlich, dass man über das Projekt an dem Standort auch dann reden könne, „wenn wir den Zuschlag nicht bekommen", formuliert er etwas kryptisch. „Unsere Wünsche werden von den Besitzern sehr ernst genommen." Details will Erhard vorerst keine nennen.