Printausgabe der Tiroler Tageszeitung vom Do, 06.09.2018


Bezirk Kufstein

BBT-Nordzulaufstrecke: Erste Bahn-Signale nach Wien

Bei der Nordzulaufstrecke BBT werden die Nationalräte Kovacevic, Schimanek und Lettenbichler aktiv. Gemeinsames Treffen geplant.

© iStockphotoEin Gedanke eint über Parteigrenzen hinweg: Die Gleise für die Zulaufstrecke zum BBT müssen unterirdisch verlaufen.Foto: Getty Images/iStockphoto



Kufstein – Nicht nur die Jungen drücken jetzt wieder die Schulbank, auch im Nationalrat in Wien füllen sich wieder regelmäßig die Bänke. Am Stundenplan dürfte dort bald schon der geplante Ausbau der Nordzulaufstrecke zum Brennerbasistunnel (BBT) stehen. Denn nach dem massiven Widerstand gegen die oberirdischen Trassen in Langkampfen und Kufstein werden nun Nationalräte unterschiedlicher Fraktionen aus dem Bezirk aktiv.

Christian Kovacevic (SPÖ) stellte am Montag eine parlamentarische Anfrage an Verkehrsminister Norbert Hofer. Darin erwartet der Wörgler u. a. Antworten darauf, ob etwa gesundheitsrelevante Auswirkungen auf die betroffene Bevölkerung in Betracht gezogen wurden, ob dazu Ausgleichsmaßnahmen vorgesehen sind und welche finanziellen Änderungen der neue Rahmenplan für die ÖBB bringe. Zwei Monate hat Hofer Zeit, diese Anfrage zu beantworten.

In der Zwischenzeit arbeite man daran, eine überparteiliche Front im Nationalrat aufzubauen. Kovacevic, Carmen Schimanek (FPÖ) und Josef Lettenbichler (ÖVP) haben dazu ein gemeinsames Treffen Freitag vereinbart. Für den SPÖ-Vertreter sei ein gemeinsamer Antrag zur Verlegung der Schienen unter die Erde das Ziel, weil man „parteiübergreifend vermutlich bessere Chancen auf eine Umsetzung“ hätte. Davon sei man aber „noch himmelweit entfernt“, meint Schima­nek auf Anfrage der TT. „Wir setzen uns zusammen und besprechen die gemeinsame Vorgehensweise.“ Schimanek habe Hofer bereits beim Forum Alpbach auf die Problematik aufmerksam gemacht, zudem versuche sie gerade, für die Bürgerinitiativen einen Termin beim Ministerium zu organisieren.

„Ein Antrag alleine wird das Problem nicht lösen“, sagt Lettenbichler. Für das Gespräch sei man aber positiv gestimmt. „Wir alle werden unsere Kontakte bestmöglich nutzen, um so viele Schienen wie möglich unter die Erde zu bekommen.“