Printausgabe der Tiroler Tageszeitung vom Fr, 07.09.2018


Bezirk Kufstein

Amberglift in Walchsee soll im Winter fahren

Walchsee will den Amberglift heuer in Schmalspurvariante betreiben. Dafür und auch langfristig gibt es noch Hürden.

© HrdinaDie Gemeinde soll sich laut GR-Beschluss bemühen eine "angemessene Lösung" für den Amberglift zu finden. Neben den Kosten ist auch das Problem, dass es derzeit keinen Betreiber gibt.



Walchsee – Der Amberglift soll im Winter aktiv sein – zwar nur in einem Schmalspurbetrieb, aber immerhin. Das ist zumindest der Plan, den Walchsees Bürgermeister Dieter Wittlinger nach der jüngsten Gemeindevorstandssitzung verfolgen soll. Dieser zeigt sich allerdings skeptisch: „Der Schmalspurbetrieb ist ein Fass ohne Boden“, meint Wittlinger.

„Wenn der Lift im Winter fahren soll, brauchen wir jedenfalls ein Pistenpräpariergerät, eine Schneekanone, einen Seillift für die Skischule und einen Betriebsleiter. Was das kosten wird, ist noch völlig unklar“, schildert Wittlinger seine Sorgen. Zudem wisse man nicht, wie viel der Lift in der Saison tatsächlich an Gewinn einbringe – der vorige Betreiber habe die Zahlen nie offengelegt. Selbst wenn man einen Plan für die Schmalspurvariante bis zum Beginn der Skisaison erarbeiten könne, brauche es auch noch einen Gemeinderatsbeschluss, betont der Bürgermeister. Zudem sei für ihn klar, dass die Gemeinde nur für diesen Winter als Betreiber auftritt. Längerfristig arbeite man weiter an einer Lösung.

Wie berichtet, war dem Lift mit dem Ende der vergangenen Wintersaison der Betreiber abhandengekommen, die Suche nach einem Nachfolger blieb erfolglos. Zudem hatte der TVB Ferienregion Kaiserwinkl als Eigentümer bereits das Aus der Anlage beschlossen, nachdem in einem Gutachten ein Investitonsbedarf in der Höhe von bis zu 350.000 Euro bei jährlichen Abgängen zwischen 40.000 und 100.000 Euro festgestellt wurde. Die Walchseer aber forderten den Erhalt des Schlepplifts – seither bemüht man sich in der Gemeinde um einen Plan.

Vom Land habe Wittlinger bereits die Zusage einer 50-prozentigen Finanzierung der Investitionskosten, sofern der Betrieb für mindestens fünf Jahre erfolgt. Bei einer „realistisch geschätzten“ Summe von 400.000 Euro wären dies immerhin 200.000 Euro. 100.000 Euro könnte laut Wittlinger die Gemeinde beisteuern. Für die restliche Summe denke man an ein Crowdfunding-Projekt, „ähnlich wie es in Kramsach beim Sonnwendjochlift passiert ist“, sagt Wittlinger. Dann werde sich zeigen, „ob den Bürgern der Lift auch monetär etwas wert ist“.

Offen bleibe dann weiterhin die Suche nach einem Betreiber so wie die Frage nach der Pacht. Als Eigentümer hat der TVB das letzte Wort. (jazz)




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