Printausgabe der Tiroler Tageszeitung vom Sa, 08.09.2018


Innsbruck

Betreuungshilfe: 442.000 Euro durch das AMS

In 531 Fällen genehmigte das AMS 2017 in Tirol Kinderbetreuungsbeihilfe. Fast ausschließlich an Frauen. NR Yildirim (SP) fordert Rechtsanspruch auf Betreuungsplatz.

© Unter gewissen Voraussetzungen gewährt das AMS auch eine Kinderbetreuungsbeihilfe. 2017 waren das in Summe 8,4 Mio. Euro.Symbolfoto: Böhm



Von Manfred Mitterwachauer

Innsbruck – Der Wiedereinstieg in den Arbeitsmarkt kann mit Hürden gepflastert sein. Die Betreuung der eigenen Kinder ist eine solche. In solchen Fällen kann das AMS helfen. Das nennt sich dann Kinderbetreuungsbeihilfe. Diese Förderung wird, abhängig vom jeweiligen Bruttoeinkommen, gewährt, um so die Aufnahme einer Arbeit bzw. die Durchführung einer Aus- und Weiterbildungsmaßnahme zu ermöglichen.

Zwischen 2013 und 2017 hat das AMS hierfür 29,2 Mio. Euro ausbezahlt. Allein im vergangenen Jahr waren es 8,4 Mio. Euro. Das geht jetzt aus einer Anfragebeantwortung von Sozialministerin Beate Hartinger-Klein (FPÖ) an SP-Abgeordnete Selma Yildirim hervor.

Auf Tirol entfielen 2017 gut 442.000 Euro an ausbezahlter Kinderbetreuungsbeihilfe. Spitzenreiter war Salzburg mit 1,9 Mio. Euro, gefolgt von Niederösterreich mit 1,8 Mio. Euro. Die Schlusslichter bilden Wien mit 205.000 Euro und das Burgenland mit 177.000 Euro. Umgelegt auf die Fallzahlen fielen in Tirol 531 an (Salzburg: 2167). Österreichweit waren es gut 9300 Fälle. Dem standen in Tirol 135 Fälle entgegen, in denen ein Antrag auf Betreuungshilfe vom AMS abgelehnt wurde. Die meisten negativen Bescheide wurden mit 788 in der Steiermark ausgestellt.

Auffallend, wenngleich wenig überraschend ist die Geschlechterverteilung bei den Beihilfenbeziehern. Während österreichweit zwischen 2013 und 2017 von den insgesamt 35.276 Förderfällen 34.361 auf Frauen und nur 915 auf Männer entfielen, lautete das Verhältnis in Tirol 2825 zu 72.

Die Zahlen würden für Yildirim klar belegen, dass es Frauen mit Kindern immer noch am Arbeitsmarkt sehr schwer gemacht würde: „Betreuungspflichten werden weiterhin fast ausschließlich von Frauen geschultert, was gleichzeitig ein geringes Einkommen bedeutet.“ Die im Vergleich zu Wien hohen Tiroler Fallzahlen deutet Yildirim wie folgt: „Das gute öffentliche Angebot bringt ein niedriges Fördervolumen mit sich.“ Indirekt bestätigt das auch Hartinger-Klein in ihrer Stellungnahme: „Das Kinderbetreuungsangebot der Länder und Gemeinden hat auch Auswirkungen auf die Höhe der AMS-Aufwendungen.“

Yildirim fordert deshalb einen weiteren Ausbau und auch einen Rechtsanspruch auf einen Betreuungsplatz.