Printausgabe der Tiroler Tageszeitung vom Mi, 19.09.2018


Bezirk Reutte

Für die ÖVP gibt es mehr als das Tunnelthema

Nationalrätin Elisabeth Pfurtscheller (l.), Landtagspräsidentin Sonja Ledl-Rossmann und Tirols VP-Geschäftsführer Martin Malaun sehen mehr Aufgabengebiete im Außerfern als nur die "Röhren"-Frage.

© MittermayrNationalrätin Elisabeth Pfurtscheller (l.), Landtagspräsidentin Sonja Ledl-Rossmann und Tirols VP-Geschäftsführer Martin Malaun sehen mehr Aufgabengebiete im Außerfern als nur die "Röhren"-Frage.



Von Helmut Mittermayr

Reutte – Die beiden Außerferner Abgeordneten NR Elisabeth Pfurtscheller und LT-Präs. Sonja Ledl-Rossmann stellten im Reuttener ÖVP-Büro die Schwerpunkte ihrer Herbstarbeit vor. VP-Bezirks­parteiobfrau Ledl-Rossmann „findet es nicht fair, die gesamte Verkehrsproblematik an der Fernpassroute immer nur auf bauliche Maßnahmen zu reduzieren“. Die Fernpassstrategie sei miterarbeitet, die Bahntunnelstudie abgesegnet und das Außerfernbahnkomitee gutgeheißen worden. „Und niemand ist gegen strengere Kontrollen der Tonnagebeschränkungen“, wundert sich Ledl-Rossmann fast über diese Vorhaltungen.

Auch Pfurtscheller argumentiert ähnlich. Ihr ist es wichtig, nicht immer nur pro oder kontra Scheiteltunnel diskutieren zu müssen. Damit verbunden ist für sie auch eine Trennung der Thematik in wochentags und Wochenende, weg vom Reiseverkehr. Eine gute Anbindung ans Inntal während der Arbeitswoche habe zentrale Bedeutung. „Eine gute Infrastruktur besteht eben auch in Straßen – und die ist enorm wichtig. Denn die Bevölkerung im Bezirk Reutte stagniert seit Jahren. Dies sei im Vergleich zur Inntalfurche, die wachse, eine negative Entwicklung. „Wir haben im Außerfern inzwischen die ältesten Menschen im Tirolvergleich. All das wirkt sich aus – etwa bei der Suche nach Lehrlingen oder Facharbeitern.“ Für Pfurtscheller muss an der Attraktivität des Außerferns gearbeitet werden. Dazu gehörten auch Straßenverbindungen – „bevor die ersten Firmen keine Leute mehr finden und sagen ,Tut uns leid, wir wandern ab ins Inntal‘“. Die Bahntunnelstudie sei „lieb und nett“, aber sogar im unwahrscheinlichen positiven Falle sei in den nächsten 20 Jahren nichts zu erwarten.

In Sachen älterwerdender Bevölkerung erinnerte Sonja Ledl-Rossmann daran, dass die im Strukturplan Pflege 2022 für den Bezirk Reutte errechneten Zahlen jetzt schon erreicht seien. In der Bürgermeisterkonferenz Mitte Oktober sei dies großes Thema. Die Pflege zu Hause werde als prioritär angesehen. In den Talschaften soll das Angebot erhöht und damit der Druck auf die Heimplätze genommen werden.

TT-ePaper gratis testen

Jetzt kostenlos TT-ePaper lesen, das Test-Abo endet nach 4 Wochen automatisch

Schritt 1 / 3

In nur 30 Sekunden gelangen Sie zum kostenlosen Test-Abo.