Printausgabe der Tiroler Tageszeitung vom Sa, 29.09.2018


Innsbruck

Weichen für mehr Golffläche in Igls gestellt

Der Bauausschuss beschloss gegen die Stim­men von SPÖ und Grünen die Er­wei­terung des Golfplatzes. Der Be­treiber muss allerdings Bedingungen erfüllen.

© Olympiagolf Igls



Von Denise Daum

Innsbruck – Seit Jahren plant Golfplatzbetreiber Arthur Bellutti eine Erweiterung des Platzes in Igls auf 18 Loch. Einige Hürden – wie die Einigung mit den Grundbesitzern – wurden bereits genommen. Am Donnerstagabend hat nun der Innsbrucker Bauausschuss mit den Stimmen von FPÖ, Für Innsbruck und ÖVP mehrheitlich die Erweiterung und damit die Aufnahme in das örtliche Raumordnungskonzept (Öroko) befürwortet. Die Beschlussfassung über die Auflage dieses zweiten Öroko-Entwurfs ist für die Gemeinderatssitzung im November geplant.

Ausschussvorsitzender Lucas Krackl (FI) erklärt, dass der Golfplatz Igls als Freizeiteinrichtung sehr gut angenommen werde. Es gebe nichts, was gegen eine Erweiterung spreche. „Es bleibt rundherum noch genügend Wald für Erholungssuchende übrig“, betont Krackl.

Gegen die Erweiterung haben Grüne und SPÖ gestimmt. „Wir wollen nicht, dass für das Golfvergnügen von ziemlich wenigen Menschen große Flächen im Wander- und Naherholungsgebiet privatisiert werden. Das ist vielleicht für den Betreiber gut, nicht aber für Igls und die vielen Spaziergänger“, erklären Gerhard Fritz und Marcella Duftner, die für die Grünen im Bauausschuss sitzen.

Der Stadtteilausschuss Igls hat in seiner Stellungnahme gefordert, dass bei der Erweiterung Ersatz für den bestehenden Waldsportplatz geschaffen und das so genannte „Hacker-Kreuz“ verlegt werden müsse.

Dem schließt sich der Bauausschuss an und stellt – auf Druck der Grünen, wie Gerhard Fritz betont – die Bedingung, dass sich der Betreiber an der Verlegung des Sportplatzes finanziell zu beteiligen hat. Zudem muss er für die Verlegung des Kreuzes sorgen. „Wir werden genau darauf schauen, dass die Mehrheit der Erweiterungsbefürworter wenigstens an diesen Bedingungen festhält und nicht auch noch hier dem Golfplatzbetreiber nachgibt“, erklärt Fritz.

Golfplatzbetreiber Arthur Bellutti ist jedenfalls froh, dass sich der Bauausschuss mehrheitlich für die Erweiterung ausgesprochen hat. „Ich habe schon damit gerechnet, dass die Vernunft obsiegt.“ Die auferlegten Bedingungen seien ihm noch nicht bekannt. In einer ersten Reaktion zeigt er aber kein Verständnis dafür, dass er sich an der Verlegung des Sportplatzes beteiligen soll. „Ein privater Investor kann nicht die Aufgaben der öffentlichen Hand übernehmen.“ Die Verlegung des Kreuzes sei hingegen selbstverständlich.