Printausgabe der Tiroler Tageszeitung vom Di, 02.10.2018


Innsbruck-Land

Tempo 80 am Zirler Berg kommt laut Felipe fix

Im Vorfeld einer Podiumsdiskussion zum Thema Verkehrslärm in Zirl am heutigen Dienstag kündigt LHStv. Ingrid Felipe diese lang geforderte Maßnahme an.

null

© Transitforum Austria-Tirol



Von Michael Domanig

Zirl – Umgeben oder durchschnitten von gleich drei Hauptverkehrsachsen (A12, B177 – Seefelder Straße, B171 – Tiroler Straße), zählt Zirl zu den besonders stark belasteten Gemeinden in Tirol. Speziell Anrainer an der Nordumfahrung (Zirler Berg) klagen seit Jahren über die Lärmbelastung. Eine stetig wiederholte Forderung der Zirler Gemeindepolitik ans Land ist daher eine Senkung des Tempolimits (derzeit 100 km/h).

Vor der heutigen Podiumsdiskussion unter dem Motto „Unser Verkehrslärm braucht Antworten“ – um 19 Uhr im Veranstaltungszentrum B4 – steht nun fest: Tempo 80 im Bereich der Zirler Nordumfahrung kommt. „Wir werden diesem Wunsch nachkommen können“, erklärt LHStv. Ingrid Felipe, die neben BM Thomas Öfner, einem Arzt und einem Lärmexperten am Podium sitzen wird, im TT-Gespräch. Ein Sachverständigengutachten, beauftragt von der Abteilung Verkehrsrecht beim Land, liege nun vor, der 80er soll zeitnah in Kraft treten. „Natürlich“ werde man das neue Limit auch kontrollieren, so Felipe – mittels Frontradar, um per Gesichtsaufnahme auch deutsche Lenker belangen zu können.

Auch der in Zirl schon lange eingeforderte Flüsterasphalt solle aufgebracht werden, ergänzt Felipe. Allerdings erst nach der noch bis Juli 2019 laufenden einjährigen Testphase mit den orangen Fahrbahnmarkierungen.

Diese Markierungen sollen, wie berichtet, durch eine Reduktion der Fahrbahnbreite geschwindigkeits- und lärmreduzierend wirken – und hatten zuletzt heftige Kritik des Transitforums und der Interessengemeinschaft (IG) Zirl ausgelöst. Fritz Gurgiser, Obmann des Transitforums, hatte die Versuchsstrecke deftig als „behördlich verordnete und politisch geduldete Verarschungsstrecke“ bezeichnet, eine Lösung des bekannten Lärmproblems werde dadurch nur hinausgeschoben.

TT-ePaper gratis testen

Jetzt kostenlos TT-ePaper lesen, das Test-Abo endet nach 4 Wochen automatisch

Schritt 1 / 3

In nur 30 Sekunden gelangen Sie zum kostenlosen Test-Abo.

Felipe verteidigt die Bodenmarkierungen. „Sie sollen klären, wie sich eine optische Verengung auf das Verhalten der Lenker auswirkt.“ Generell sei Verkehrslärm nicht so einfach abzustellen. „Verbales Hindreschen hilft nicht, gute Lösungen zu finden“, sagt Felipe in Richtung Gurgiser, „mit konstruktiven Gesprächen kommt man zumindest kleine Schritte vorwärts.“

Dass Tempo 80, von dem es zuvor stets geheißen hatte, es sei nicht möglich, nun doch kommt, sei ein „Erfolg“ und ein „erstes wichtiges Signal“ für die betroffene Bevölkerung, betont BM Öfner. „Miteinander auf sachlicher Ebene zu sprechen, kann also doch Ergebnisse bringen.“ Doch weitere Schritte müssten folgen.