Printausgabe der Tiroler Tageszeitung vom So, 14.10.2018


Landespolitik

Innsbruck will Liste „gefährlicher“ Hunde

In Innsbruck hat man vergangene Woche in einer „schriftlichen Stellungnahme an das Land Tirol Änderungswünsche im Tiroler Landespolizeigesetz, das die Hundehaltung regelt, abgegeben.

© iStockphotoDer Rottweiler wurde für Wach- und Schutzfunktionen gezüchtet und gehört nur in erfahrene Hände.



Von Brigitte Warenski

Innsbruck – Wien und Klagenfurt sehen nach der tödlichen Bissattacke eines Rottweilers auf ein Kleinkind Handlungsbedarf. Die Stadt Wien verschärft, wie berichtet, das Hundehaltegesetz: Zu einer generellen Beißkorbpflicht für Listenhunde kommt eine Alkohol­grenze von 0,5 Promill­e für Hundehalter. Für mehr Sicherheit will man auch in Klagenfurt sorgen: Noch heuer könnte eine Beißkorbpflicht für „gefährliche“ Hunderassen kommen, diskutiert wird auch ein Verbot gewisser Hunderassen.

In Innsbruck prescht man zwar nicht so weit vor, hat aber vergangene Woche in einer „schriftlichen Stellungnahme an das Land Tirol Änderungswünsche im Tiroler Landespolizeigesetz, das die Hundehaltung regelt, abgegeben“, sagt Innsbrucks Sicherheitschef Elmar Rizzoli. „Wir wünschen uns einen Hundeführerschein für gefährliche Rassen, weil man sich die Hunde und auch deren Halter ansehen muss“, sagt Rizzoli. Weil es im Tiroler Landespolizeigesetz aber keine Liste gibt, die „gefährliche“ Rassen benennt, müsste diese Auflistung erst erstellt werden. Dass Innsbruck wie Wien und Klagenfurt als Stadt schärfere Hundehalterregelungen im Alleingang einführt, hält Rizzoli nicht für erfolgversprechend. „Es wäre sinnvoller, solche Regelungen für ganz Tirol – also per Gesetz – zu schaffen.“ Würde Innsbruck hier allein vorpreschen, wäre das nur durch eine Verordnung möglich, und diese hätte kaum Chancen, bei einem Einspruch zu halten. „Denken Sie nur an die 30er-Geschwindigkeitsbegrenzung, die manche Gemeinden für den ganzen Ort gern gehabt hätten. Das ist nicht durchgegangen, man musste sich mit 30er-Zonen zufriedengeben. Und so ist es ja auch mit der Leinenpflicht, die wir in Innsbruck haben – die aber nur für gewisse Zonen gelten kann“, so Rizzoli. Einen Beißkorbzwang kann sich der Sicherheitschef derzeit „überhaupt nicht vorstellen. Das sehe ich aus Tierschutzargumenten problematisch.“

Das Land zeigt sich weitaus zurückhaltender: „Prinzipiell appelliert das Land Tirol an das Verantwortungsbewusstsein und Sicherheitsempfinden der Tierhalter, ihre Hunde so zu halten und zu beaufsichtigen, dass für das Umfeld keine Gefahr infolge eines auffälligen Verhaltens des Tieres vorliegt“, heißt es aus dem Landhaus.