Printausgabe der Tiroler Tageszeitung vom Mo, 15.10.2018


Landespolitik

Kufsteiner Transitlager wird abgebaut, Stadt kaufte Areal

Für das Flüchtlings-Versorgungsquartier gebe es keinen Bedarf mehr, heißt es vom Bund. Die Stadtwerke Kufstein sind neuer Grundstückseigentümer.

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Von Jasmine Hrdina

Seit April 2016 sind die Türen der beiden Häuser fest verschlossen, die monatlichen Mietkosten von 7730 Euro flossen weiter an den Grundstückseigentümer. Seit 1. Oktober sind das nun die Stadtwerke Kufstein. Die städtische Gesellschaft hat ein insgesamt 15.600 Quadratmeter großes Areal für 3,1 Millionen Euro gekauft, wie BM Martin Krumschnabel auf Nachfrage der TT bestätigt. Was nach Ende des Pachtvertrags mit dem Grundstück passiert, sei noch offen, so der Stadtchef. „Wir bzw. die Stadtwerke haben dieses Grundstück als strategische Reserve angekauft.“ Bei Bedarf hätte man somit eine Möglichkeit für Grundtäusche, auch wolle man prüfen lassen, ob sich der Standort für die Neuansiedelung des Bauhofs eigne.

Konfrontiert mit den Plänen des Landes zeigte sich Krumschnabel jedenfalls überrascht, das Land sei damit noch nicht an die Gemeinde herangetreten. „Kufstein war von der Lage her prädestiniert, um die Menschen nach Deutschland weiterzubringen.“ Ob das Grundstück im Falle einer erneuten „Flüchtlingswelle“ noch verfügbar wäre, sei fraglich, so Krumschnabel, der sich damit aber „nicht als Standort bewerben will“. Die Entscheidungen zum Thema Migration würden ohnehin auf anderen Ebenen getroffen.

Die Zahlen flüchtender Menschen, die Österreich erreichen, gehen weiterhin zurück. An den Grenzkontrollen will aber neben den bayrischen Nachbarn und einigen EU-Ländern auch Österreich weiterhin festhalten. Ein Antrag zur Verlängerung – am 11. November würden die Grenzkontrollen in Österreich auslaufen – wurde bereits bei der EU-Kommission eingebracht.