Printausgabe der Tiroler Tageszeitung vom Do, 25.10.2018


Innsbruck-Land

Stubaier Gemeinden: „Langsam wachs ma zamm“

Die fünf Gemeinderäte des Stubaitals hielten eine gemein­same Sitzung ab. Dabei beschlossen sie die Installierung eines Talmanagements.

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© TVB Stubai



Von Denise Daum

Schönberg – So was gab es noch nie: eine Stubaital-Gemeinderatssitzung. Zusammengekommen sind die fünf Orte, damit die Ergebnisse des einjährigen Bürgerbeteiligungsprozesses zum „Zukunftsbild Stubai“ nicht in der Schublade verstauben, sondern die Arbeit daran – professionell – fortgesetzt wird. Dazu musste das aus dem Regionalentwicklungsprozess hervorgegangene Leitbild erst einmal von allen Gemeinden abgesegnet werden. Das Leitbild ist – wohl absichtlich – recht allgemein gehalten und beinhaltet Statements, gegen die es kaum Einwände geben kann. So möchte man nicht nur ein „ausgeglichenes Vorzeigetal zwischen Stadt und Gletscher“ sein, sondern auch „ausgewogen naturverbunden“, „lebenswert liebenswert“ und eine „zukunftsweisende Mobilität“ verfolgen. Einzig manche Leuchtturmprojekte, die ebenfalls im Prozess festgehalten wurden, sorgten für Diskussionen – allen voran die geplante Seilbahn von Neustift in die Schlick. Nachdem die fünf Bürgermeister und Vertreter des prozessbegleitenden Instituts „Brand Logics“ versichert haben, dass die Gemeinderäte lediglich dem genannten Zukunftsbild zustimmen, keineswegs einzelnen Projekten, gab es fünf einstimmige Beschlüsse.

Ebenfalls keine Gegenstimme gab es beim zweiten Beschluss zur Einrichtung eines Talmanagers. Denn dass es eine Person geben muss, die diese gewünschte gemeinsame Entwicklung koordiniert, leuchtete allen ein. Ebenso war allen klar, dass das auch Geld kostet. Die fünf Gemeinden haben sich darauf geeinigt, das Budget des Planungsverbands Stubai in den kommenden zwei Jahren zu erhöhen, von derzeit 3 Euro pro Einwohner auf 7,50 Euro. Zudem solle „was nur geht“ an Förderungen vom Land Tirol geholt werden. Der zuständige LR Hannes Tratter, der ebenfalls anwesend war, hörte die Botschaft wohl.