Printausgabe der Tiroler Tageszeitung vom Do, 25.10.2018


Exklusiv

Kein Ende der Kosten bei Innsbrucker Stadtbücherei

In Summe muss Innsbruck 2,043 Mio. € an jährlichen Folgekosten stemmen. 375.000 € für zusätzliche Parkplätze im P2-Turm fällig.



Von Manfred Mitterwachauer

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Innsbruck – Knapp zwei Wochen bevor die Stadtbücherei am neuen Standort in der Amraser Straße 2 im Pema-2-Turm ihre Pforten offiziell öffnen wird, war das Millionenprojekt gestern erneut Thema im Innsbrucker Stadtsenat. Denn während der Umzug und Innenaufbau vor Wochen voll angelaufen sind – über einen rechtskräftigen Mietvertrag für die gut 3000 Quadratmeter (­Bücherei, Ausstellungsfläche und Lager im Erdgeschoß und ersten Obergeschoß) verfügte die Stadt bis dato nicht. Gestern lag das Konvolut vor. Und dieses hatte es in sich.

Dass die Stadt künftig auf 25 Jahre monatlich gut 90.000 Euro Miete der Stadttochter und Eigentümerin der Flächen zu überweisen haben wird, hat die TT bereits vor gut einem Monat berichtet. Seit gestern ist klar: Es sind genau 91.482 Euro. Davon entfallen auf den Hauptmietzins rund 64.770 Euro, Heiz- und Betriebskosten schlagen mit etwas über 11.000 Euro zu Buche. Der Rest ist der Umsatzsteuer geschuldet. Die IIG stottert mit diesen Einnahmen das Darlehen ab, das notwendig war, um die Immobilie von Pema-Chef Markus Schafferer zu erwerben. In Summe musste die IIG an die 19,1 Mio. Euro investieren. Nach den 25 Jahren soll sich der Hauptmietzins für die Stadt auf rund 19.000 Euro reduzieren.

Dass auch das Mozarteum (bildnerischer Zweig) auf Teilflächen unterkommen wird, ist bekannt. Weniger, dass diese (Miet-)Einnahmen für die IIG offenbar nicht in der Lage sind, auch die (Investitions-)Kosten zu decken. So muss die Stadt der IIG aus diesem Posten heraus eine jährliche Abgangsdeckung von 100.000 Euro zusätzlich überweisen.

Dadurch erhöhen sich auch die jährlichen Folge- und Mehrkosten, welche der Stadt durch Übersiedlung und Ausbau der Bücherei entstehen, auf 2,043 Millionen Euro.

Ganze 480 Quadratmeter warten indes noch auf eine Nutzung. Dort hätte das von Vize-BM Christine Oppitz-Plörer (FI) favorisierte „Stadtmodell“ Platz finden sollen. Jetzt soll die Fläche als Veranstaltungsraum fremdvermietet werden. Ein Konzept steht noch aus.

Weit interessanter ist da schon der Ankauf von 15 Tiefgaragenplätzen im P2-Turm zum Preis von 375.000 Euro durch die IIG. Davon war bis dato – offiziell – keine Rede. Nun zog die IIG diese Option, um bei Bedarf hinsichtlich der Stellplatzverordnung für weitere IIG-Projekte in der Nachbarschaft gerüstet zu sein, wie es heißt.

Ob und wie die neue Bücherei sowie das Konzept für die übrigen Räumlichkeiten funktionieren, soll Ende 2020 einer Evaluierung unterzogen werden.

Grüne, Für Innsbruck und ÖVP stimmten gestern im Stadtsenat für den Mietvertrag und seine finanziellen Nebengeräusche. Die SPÖ enthielt sich der Stimme, die FPÖ lehnte den Akt ab. „Die Kosten sind exorbitant – es ist ein Wahnsinn“, konnte FP-Stadtrat Rudi Federspiel im Anschluss an die Sitzung nur den Kopf schütteln.