Printausgabe der Tiroler Tageszeitung vom Do, 25.10.2018


Bezirk Kitzbühel

Sozialdemokraten in St. Johann bündeln Kräfte

Nach acht Jahren Trennung gehen die SPÖ und die „SOLI“ St. Johann gemeinsame Wege.

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© Michael Mader



Von Michael Mader

St. Johann i. T. – Ihre Zusammenarbeit verstärken wollen in Zukunft die beiden sozialdemokratischen Fraktionen im St. Johanner Gemeinderat: „In Zeiten, in welchen sich politische Gruppierungen in unserer Gemeinde auflösen bzw. sich durch interne Zwistigkeiten selbst eliminieren, ist es uns ein besonderes Anliegen, unsere Kräfte zu bündeln und gemeinsam die politische Zukunft in St. Johann mitzugestalten“, kann sich Petra Sojer von der SPÖ einen Seitenhieb auf die FPÖ in St. Johann nicht verkneifen. Verbündete hat sie in der „­SOLI – Soziale Liste“ mit Christl Bernhofer und Peter Wallner gefunden. Bei den nächsten Gemeinderatswahlen werden die beiden Listen unter dem Namen „SPÖ – die St. Johanner Sozial­demokraten“ kandidieren. Die „SOL­I“ werd­e sich mit Ende der Periode auflösen, Bernhofer nicht mehr antreten, Wallner auf der SPÖ-Liste für die Gemeinderatswahl 2022 kandidieren. Frustrierte Nichtwähler und ehemalige Rote wolle man wiedergewinnen. „Leicht wird es nicht, die ÖVP macht gute Arbeit“, lobt Wallner.

SPÖ-Ortsparteiobmann Klaus Födermair sieht eine Riesenchance: „Die beiden Listen wieder zusammenzuführen, war ja mein Wunsch, als ich 2010 Obmann der SPÖ wurde. Jetzt können sich die drei als stärkste Oppositionskraft etablieren.“ Auch räumlich geht man quasi gemeinsame Wege: Die drei Mandatare werden künftig im Gemeinderat nebeneinander­sitzen. „In Österreich wird ein­e sehr rechtslastige Politik gemacht, wir wollen in St. Johann den linken Flügel vertreten“, sagt Bernhofer. Den habe sie vor 2010 nicht mehr gefunden, woraufhin sie die „SOLI“ gründete und der SPÖ zwei der drei Mandate „wegnahm“. Mit den neuen handelnden Personen in der SPÖ sei das anders.